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Ist das Nasa-Weltraumteleskop „Hubble“ noch zu retten? SpaceX macht Studie

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Von: Constantin Hoppe

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Hubble 2009 Astronaut Atlantis Weltraumteleskop
Am 19. Mai 2009 machte ein Astronaut an Bord des Space Shuttles Atlantis diese Aufnahme des Hubble-Weltraumteleskops. © Nasa/Imago

Das Hubble-Teleskop liefert seit über 30 Jahren Bilder des Weltalls. Nun soll eine öffentlich-private-Kooperation seine Lebenserwartung erhöhen.

Washington – Das Weltraumteleskop Hubble hat das Bild der Menschheit vom Universum und die Astronomie geprägt. Doch mit dem Start des James-Webb-Teleskops und dem Unvermögen, Wartungsarbeiten an dem 32 Jahre alten Teleskop durchzuführen, scheinen die letzten Tage von „Hubble“ angezählt zu sein. Doch das könnte sich schon bald ändern.

Wie die Nasa am Donnerstag (29. September) in einer Pressemitteilung erklärte, ist eine Studie zur Durchführbarkeit einer Idee von SpaceX und dem Polaris-Programm geplant. Das private Raumfahrtunternehmen von Elon Musk möchte versuchen, das Teleskop mittels eines Raumschiffs auf eine höhere Umlaufbahn zu bringen und so die Lebensdauer von „Hubble“ verlängern.

SpaceX will gemeinsam mit der Nasa das „Hubble“-Teleskop retten

Seit dem Ende des Space-Shuttle-Programms im Jahr 2011 verfügt die Nasa nicht mehr über die Möglichkeit, Wartungsarbeiten an „Hubble“ durchzuführen. Das bedeutet auch, dass sich seitdem die Umlaufbahn des Teleskops stetig absenkt. Aktuell befindet es sich auf einer Höhe von 535 Kilometern.

Zu den Fragen, die die neue „Hubble“-Studie beantworten soll, gehören die Kosten für eine Mission durch SpaceX und ihre technische Durchführbarkeit. Das Hauptziel besteht darin, die Flughöhe von „Hubble“ auf die gleiche Höhe wie beim ersten Start im Jahr 1990 zu erhöhen, also auf 600 Kilometer. Damit könnte die Lebens- und Einsatzdauer des Weltraumteleskops um 20 Jahre erhöht werden.

Das Hubble-Weltraumteleskop
Start:24. April 1990
Größe:13,1 Meter lang, 4,3 Meter Durchmesser
Spiegeldurchmesser:2,4 Meter
Servicemissionen:Bisher 5 (letzte im Mai 2009 durch das Space-Shuttle Atlantis)

Rettung von „Hubble“: Keine Exklusiv-Mission für SpaceX

Von SpaceX angedacht ist, dass das Unternehmen bei einem Flug ihres Raumschiffs Crew Dragon an das Teleskop andockt und dieses auf eine höhere Umlaufbahn bringt. Die Kosten für den Flug will das private Weltraumunternehmen selbst tragen – der Nasa entstünden nach derzeitiger Planung keine zusätzlichen Kosten. Das könnte sich jedoch ändern, wenn das Unternehmen selbst einige seiner Astronauten mit auf die Mission entsenden würde.

Die potenzielle Mission wird auch vom wissenschaftlichen Leiter der US-Raumfahrtbehörde, Thomas Zurbuchen, befürwortet. Er sagte während einer Telefonkonferenz mit Reportern, er begrüße kommerzielle Lösungen, die der Nasa helfen, ihre Ziele zu erreichen.

Die NASA werde die Studie durchführen und auch Lösungen von anderen Anbietern in Betracht ziehen – denn diese sei nicht exklusiv. Es ist jedoch nicht klar, ob ein anderes Raumfahrzeug außer Crew Dragon in naher Zukunft in der Lage wäre, „Hubble“ zu warten. Und die Zeit laufe davon.

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Nasa: „Hubble“-Teleskop kann weiterhin wissenschaftlich Arbeit leisten

Eine Alternative für die vorgeschlagene private Mission sieht die Nasa nur in einer eigenen Mission: Diese müsste bis zum Ende der 2020er Jahre starten, um ein Antriebsmodul an „Hubble“ zu installieren. Dies würde sicherstellen, dass das Weltraumteleskop einen kontrollierten Wiedereintritt in die Erdatmosphäre schaffen und im Pazifischen Ozean landen könnte, wie der Projektleiter des Teleskops, Patrick Crouse in der Konferenz erklärte.

Fest steht jedoch für alle Beteiligten: Die Rettung des „Hubble“-Teleskops würde sich lohnen. Trotz altersbedingter Ausfallserscheinungen nach mehr als 30 Betriebsjahren, bietet es nach wie vor den weltweit besten optischen Blick auf das Universum. Zudem wurden laut Zurbuchen mittlerweile rund 10 Milliarden Dollar Steuergelder in den Betrieb des Teleskops investiert. Den Wert dieser Investition würde Zurbuchen gerne verbessern, indem die „Hubble“-Beobachtungen mit denen des „James Webb“-Weltraumteleskops im infraroten Bereich des Spektrums kombiniert werden.

Und daneben steht auch noch der immaterielle Nutzen: Denn das „Hubble“-Teleskop hat sich in seinen mehr als 30 Betriebsjahren einen geradezu schon legendären Ruf erarbeitet und den Blick der Menschheit auf die Wunder des Universums nachhaltig beeinflusst. (con)

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