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Hormonfreie Verhütung für Männer

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Von: Pamela Dörhöfer

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Ein Forschungsteam der US-amerikanischen Firma „Contraline“ aus Charlottesville (Virginia) teilt mit, eine „neue Art von männlichen Verhütungsmitteln“ entwickelt zu haben.
Ein Forschungsteam der US-amerikanischen Firma „Contraline“ aus Charlottesville (Virginia) teilt mit, eine „neue Art von männlichen Verhütungsmitteln“ entwickelt zu haben. © Christophe Gateau/dpa

Eine US-Firma entwickelt ein neues Kontrazeptivum.

Seit Jahrzehnten suchen Wissenschaftl:erinnen nach einem Verhütungsmittel für den Mann – einer Alternative zur Pille oder der Spirale für die Frau, die ähnlich sicher ist, anders als diese ohne Hormone auskommt und auch sonst am besten kaum Nebenwirkungen hat. Kondome haben den Vorteil, vor der Ansteckung mit Krankheiten zu schützen, bieten aber keinen optimalen Schutz und sind vor allem in festen Partnerschaften oft wenig beliebt. Die Sterilisation mittels Durchtrennen der Samenleiter wiederum ist mit einem Eingriff verbunden, der sich nicht in jedem Fall wieder rückgängig machen lässt.

Ein Forschungsteam der US-amerikanischen Firma „Contraline“ aus Charlottesville (Virginia) teilt nun mit, eine „neue Art von männlichen Verhütungsmitteln“ entwickelt zu haben. Dabei handelt es sich um ein Hydrogel, das als eine Art Blockade in die Samenleiter eingeführt wird. Die Methode wird derzeit in einer kleinen klinischen Studie in Australien getestet.

Injektion in Samenleiter

Ganz ohne Eingriff geht es allerdings auch bei diesem Verfahren nicht ab: Das Hydrogel mit Namen „Adam“ wird über einen kleinen Schnitt in der Bauchhöhle in die Samenleiter injiziert. Das soll laut Unternehmensangaben verhindern, dass die Spermien aus dem Samenleiter in die Harnröhre fließen, über die sie während der Ejakulation ausgestoßen werden. Der Samenerguss soll durch den Eingriff nicht beeinträchtigt sein, Männer würden auch keinen Unterschied in der Menge des Ejakulats merken, heißt es.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Unternehmens haben während ihrer Arbeit an dem Produkt festgestellt, dass das Hydrogel seine Form für etwa zwei Jahre beibehält. Das bedeutet: Wenn die Masse zu zerfallen beginnt, kann das Sperma wieder durchdringen, der Mann ist also wieder fruchtbar. Es bedeutet freilich auch: Um die Wirkung als Verhütungsmittel beizubehalten, muss das Hydrogel erneut eingebracht und der Eingriff somit alle zwei Jahre wiederholt werden.

In der aktuell laufenden Studie in Australien mit vier Teilnehmern wird geprüft, ob es Nebenwirkungen gibt und ob die Samenleiter für die Dauer von zwei Jahren wirklich vollständig blockiert bleiben. Sollte dieser erste Test mit Menschen erfolgreich verlaufen, plant das Unternehmen eine größere Studie in den USA. Ziel ist es, das Verhütungsmittel bis zum Jahr 2025 oder 2026 auf den Markt zu bringen.

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