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Öko-logisch

Mit Holz hoch hinaus

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Noch ist Bauen mit Holz eine Nische - doch das kann sich bald ändern.

Bauen mit Holz. Noch ist das eine Nische. Holzhäuser sind gemütlich, denken die meisten, aber doch nichts, um die Wohnungsnot in Ballungsräumen zu lindern oder Hochhäuser damit zu bauen. Doch dieses Denken ist überholt. Tatsächlich hat der Holzbau enorme Potenziale, die nur noch nicht in großem Stil gehoben werden. Auch für den Klimaschutz ist das eine wichtige Option. Denn Holzhäuser sind quasi gespeichertes Kohlendioxid, das dadurch der Atmosphäre entzogen wird und nicht als Treibhausgas wirkt.

Was Holzbau-Architekten sich inzwischen trauen, zeigt ein neues Hochhaus-Projekt in Pforzheim. Volle 14 Stockwerke wird „Carl“ haben – so heißt das Gebäude, das eine Baugenossenschaft in der badischen Stadt hochziehen wird. Stahl und Beton werden dabei nur sehr sparsam eingesetzt, etwa im Kern des Treppenhauses, der aus Brandschutzgründen aus Beton gefertigt werden muss. Deswegen heißt Carl korrekterweise Holz-Hybrid-Holzhaus.

Zwei Drittel aller Bauwerke weltweit werden heute mit Stahlbeton hochgezogen. Dabei handelt es sich um ein Produkt mit einem großen CO2-Fußabdruck, zudem verschlingt diese Bauweise enorme Mengen an Sand – einem Rohstoff, der inzwischen in manchen Weltregionen knapp wird. Holzhäuser, die aus einem nachwachsenden Rohstoff bestehen, können hier durchaus eine Lösung bringen.

Stahlbeton verschlingt Sand

Jeder Kubikmeter verbautes Holz bindet rund 0,9 Tonnen Kohlendioxid. Angesichts des weltweiten Baubooms liegen darin also enorme Potenziale. Daher fordet der renommierte Klimaforscher Hans-Joachim Schellnhuber: „Wir müssen aufhören, mit Stahlbeton zu bauen. Unsere Städte der Zukunft müssen aus Holz gebaut werden.“

„Carl“ ist in diesem Sinne also ein Leuchtturmprojekt, gebaut mit Holz aus dem nahen Schwarzwald. Deswegen fordert die Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) das Projekt auch mit rund 330 000 Euro - in der Hoffnung, dass aufgrund des Pforzheimer Modells künftig Baugenehmigungen für Holz-Hochhäuser leichter erteilt werden können. Bisher winken die Bauämter oft gleich ganz ab oder genehmigen sie nur mit vielen teuren Ausnahmeregelungen.

Carls Ökobilanz ist gut. Über 50 Jahre gerechnet, erspart das Hochhaus 2000 Tonnen CO2 ein. Tatsächlich ein Vorbild.

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