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Hoffnung ohne Grenzen

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Von: Joachim Wille

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Tagebau in Nordrhein-Westfalen: die Menge an fossilen Energien unterschätzt.
Tagebau in Nordrhein-Westfalen: die Menge an fossilen Energien unterschätzt. © Oliver Berg/dpa

Vor fünfzig Jahren veröffentlicht der Club of Rome seine Thesen zu den Grenzen des Wachstums. Die Kolumne „Öko-Logisch“.

Der Weckruf kam vor fast genau 50 Jahren. Eine damals noch kaum bekannte Organisation namens „Club of Rome“ veröffentlichte eine Studie, die sie plötzlich in die Schlagzeilen brachte. Titel: „Die Grenzen des Wachstums“. Ein Wissenschaftlerteam des Massachusetts Institute Technology (MIT) um den Ökonomen Dennis Meadows hatte mit ihrem Computermodell „World 3“ durchgerechnet, welche Folgen ein ungebremstes Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum haben werde. Ergebnis: ein Zusammenbruch der Weltwirtschaft noch vor dem Jahr 2100.

Das war nicht direkt „Apokalypse Now“. Aber die Warnung wurde von vielen so verstanden, zumal ein Jahr später, 1973, die erste Ölkrise kam, die die Untergangsvisionen zu bestätigen schien. Tatsächlich hätte man die Studie ja auch positiv lesen können. Denn sie zeigte eben auch: Mit weltweiten Anstrengungen im Umweltschutz, für sparsame Rohstoff-Kreisläufe sowie bei der Geburtenkontrolle könnte eine langfristige Stabilität der Weltwirtschaft erreicht werden.

50 Jahre Club of Rome

Teilweise lag der Club damals falsch. Er unterschätzte die Menge an fossilen Energien und anderen Ressourcen, die noch ausgebeutet werden konnten. Trotzdem spitzt sich die globalen Öko-Krise inzwischen aufgrund der Wachstumsfrage zu. Im Zentrum steht dabei nicht die Verfügbarkeit der Rohstoffe, sondern die Folge ihrer Übernutzung. Es geht um ein überhitztes Klima, schwindende Biodiversität und Böden. Die Lebenssysteme des Planeten sind drastisch überlastet. Die acht Milliarden Menschen auf der Erde bräuchten heute rechnerisch schon 1,7 Erden, um ihre Ansprüche zu befriedigen.

Den Job, umzusteuern, haben alle Länder. Vorangehen müssen aber die Industriestaaten. Die Untersuchungen zum „ökologischen Fußabdruck“ der Nationen zeigen: Die USA leben so, als hätte sie fünf Erden zur Verfügung, Deutschland, als gäbe es drei davon, während arme Staaten wie Malawi oder Bangladesh noch weit unter dem Limit bleiben.

Konzepte für ein „ressourcenleichtes“, aber trotzdem angenehmes Leben gibt es. Sie sind in dem halben Jahrhundert seit den „Grenzen“ von vielen Forscher:innen, Instituten und Vorreiter-Unternehmen entwickelt worden. Es darf keine weiteren 50 Jahre dauern, bis sie sich durchgesetzt haben, es muss viel schneller gehen. Und die Hoffnung hat ja zum Glück keine Grenzen.

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