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Die Maßnahmen gegen Corona erschweren den Kampf gegen HIV und Aids weltweit.
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Die Maßnahmen gegen Corona erschweren den Kampf gegen HIV und Aids weltweit.

HIV und Aids

Kampf gegen HIV und Aids: Corona-Maßnahmen sorgen für Probleme

  • Tanja Banner
    vonTanja Banner
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Der Kampf gegen HIV und Aids ist noch längst nicht gewonnen, nun wird er durch ein neues Virus erschwert: Die Maßnahmen gegen das Coronavirus sorgen weltweit für Probleme.

  • Die Maßnahmen gegen Corona machen den Kampf gegen ein anderes gefährliches Virus schwieriger: das HI-Virus.
  • Maßnahmen gegen HIV und Aids werden durch Corona-Ausgangssperren und die Unterbrechung von Lieferketten zunehmend erschwert.
  • UNAIDS fürchtet tausende zusätzliche Aids-Tote bis 2022 - wegen der Corona-Pandemie.

Frankfurt - Seit Anfang 2020 bedroht ein neues Virus die Welt: Das Coronavirus Sars-CoV-2, das die Krankheit Covid-19 verursacht. Der weltweite Kampf gegen Corona droht jedoch, den Kampf gegen ein anderes gefährliches Virus um Jahre zurückzuwerfen: HIV. Das Humane Immundefizienz-Virus (HIV) schädigt die körpereigenen Abwehrkräfte - ohne Medikamente und Therapie kann das zum sogenannten „Erworbenen Abwehrschwäche-Syndrom“ (Acquired Immune Deficiency Syndrome), kurz Aids führen.

Doch die Corona-Pandemie und die Gegenmaßnahmen vertragen sich nicht gut mit dem Kampf gegen HIV und Aids: Wegen Ausgangsbeschränkungen haben sich Gefährdete vielerorts nicht testen lassen, Infizierte konnten sich nicht mit Medikamenten versorgen, fürchtet UNAIDS, das Programm der Vereinten Nationen für HIV und Aids. Bis Ende 2022 könnte es deshalb bis zu 293.000 zusätzliche HIV-Infektionen geben, bis zu 148.000 Infizierte könnten zusätzlich sterben, so die Organisation in ihrem Bericht zum Welt-Aids-Tag am 1. Dezember.

Erschwerte Maßnahmen gegen HIV und Aids wegen Corona

Auch die Entwicklungsorganisation „One“ schlägt Alarm: Ausgangssperren, Unterbrechungen in Lieferketten und andere Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie schränkten den Zugang zu lebenswichtigen Gesundheitsdiensten für Menschen ein, die HIV-positiv sind, heißt es in einer Mitteilung. Die Folge: HIV-positive Personen könnten weder mit HIV-Präventionsmitteln noch mit Aids-Tests versorgt oder behandelt werden.

HIV und Aids: Kampf gegen Corona sorgt für Probleme

Besonders in Ländern, die am stärksten von Armut betroffen sind, kommt es nach Angaben der Organisation derzeit häufig zu Unterbrechungen in der Gesundheitsversorgung. Alleine in Subsahara-Afrika könne eine sechsmonatige Unterbrechung der antiretroviralen Therapie zu über 500.000 zusätzlichen Aids-bedingten Todesfällen führen, warnt „One“.

Weltweit leben 38 Millionen Menschen mit HIV, davon haben 12,6 Millionen Menschen keinen Zugang zu Medikamenten. Alleine 2019 sind weltweit 690.000 Menschen an den Folgen von Aids gestorben, 1,7 Millionen Menschen haben sich mit HIV infiziert.

HIV und Aids in Deutschland: Zahl der HIV-Neuinfektionen steigt leicht an

In Deutschland ist die Zahl der HIV-Neuinfektionen im vergangenen Jahr erstmals seit 2015 wieder leicht gestiegen. 2019 haben sich nach Berechnungen des Robert Koch-Instituts (RKI) 2600 Personen in Deutschland mit HIV infiziert - im Jahr davor waren es 2500 Menschen. „Dieser leichte Anstieg der Infektionszahlen zeigt, dass weitere Anstrengungen notwendig sind, insbesondere um die Testangebote zu verbessern und den Zugang zur Therapie für alle in Deutschland mit HIV lebenden Menschen zu gewährleisten“, erklärt RKI-Präsident Lothar Wieler in einer Mitteilung. Die Angaben des RKI basieren auf Modellrechnungen, da HIV oft erst Jahre nach der Ansteckung diagnostiziert wird.

Auch wenn der leichte Anstieg bei den HIV-Neuinfektionen in Deutschland bereits vor der Corona-Pandemie geschah, sieht auch die Deutsche Aidshilfe Probleme durch die Maßnahmen gegen Covid-19: Es drohten „Rückschritte und Schäden, weil die Corona-Pandemie Lücken bei den Testangeboten reißt“, befürchtet Sven Warminsky von der Deutschen Aidshilfe (DAH).

HIV und Aids in Deutschland: Testangebote wegen Corona-Pandemie eingeschränkt

Anonyme Testangebote in Deutschland seien vielerorts stark eingeschränkt, da die Gesundheitsämter wegen Corona überlastet seien und auch die Testangebote der Aidshilfen würden durch die Corona-Bedingungen beeinträchtigt, berichtet die DAH. „Es gilt jetzt dringend, mit zusätzlichen Ressourcen gegenzusteuern – denn die Corona-Pandemie wird uns noch erhalten bleiben und darf nicht dauerhaft die Maßnahmen gegen HIV behindern“, so Warminsky.

In Deutschland leben Schätzungen zufolge rund 90.700 HIV-Infizierte, etwa 10.800 von ihnen wissen nichts von ihrer Infektion. 96 Prozent der HIV-Infizierten in Deutschland erhalten eine antiretrovirale Therapie, die laut RKI fast immer erfolgreich ist: Die Menschen sind nicht mehr ansteckend. (Tanja Banner, mit Material von dpa)

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