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Unter der Hitzeglocke

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Von: Joachim Wille

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Ausreißer beim Wetter hat es zwar immer gegeben. Doch die Meldungen über Extreme häufen sich. Die Kolumne „Öko-logisch“.

Frankfurt - Sonne satt, heiß, trocken. Das ist doch das Wetter, wegen dem man im Juli oder August nach Italien oder Spanien in den Urlaub fährt. Bloß, dass es in Deutschland herrscht. Für dieses Wochenende waren regional Temperaturen nahe 40 Grad erwartet, und das Mitte Juni, bevor der Sommer laut Kalender überhaupt angefangen hat.

Also raus in die Natur, morgens, wenn es noch nicht so heiß ist. Oder ins Schwimmbad. Und danach in die Eisdiele. Alles gut. Solange man nicht ausblendet, dass dies vielleicht auch eine Folge des Klimawandels ist und man durch CO2-Sparen alles dafür tun muss, dass das Wetter nicht noch viel extremer wird.

Sonne satt, heiß, trocken.
Sonne satt, heiß, trocken. © Thomas Warnack/dpa

Ausreißer beim Wetter hat es zwar immer gegeben. Doch die Meldungen über Extreme häufen sich. Kaum jemand kann das übersehen. Indien und Pakistan leiden seit Monaten unter Rekordtemperaturen von über 40 Grad. Extreme Hitze und Schwüle gab es zuletzt auch im Westen und in der Mitte der USA, 100 Millionen Amerikaner:innen wurde geraten, im Haus zu bleiben.

Es wird wärmer. Und kälter

Nun trifft es vor allem Spanien, Italien und Frankreich. Wüstenluft aus Nordafrika strömt nach Europa. Zusätzlich hat sich über Südwesteuropa eine „Hitzeglocke“ aufgebaut – ein meteorologisches Gebilde, das die Temperaturen weiter steigen lässt. Es handelt sich um ein Hochdruckgebiet, das stillsteht oder nur langsam weiterzieht. Es hält die heiße Luft über mehrere Tage gefangen. Ein solcher „Heat Dome“ führte im vorigen Jahr dazu, dass sogar in Kanada ein Hitzerekord von fast 50 Grad erreicht wurde.

Die Klimaforschung sieht Anzeichen dafür, dass Wetterlagen länger anhalten, weil der Motor für Veränderungen, das Starkwindband des „Jetstream“, schwächer wird. Das verlängert Hitzeperioden und Dürren, genauso wie es, scheinbar paradox in Zeiten der Klimaerwärmung, Kältewellen verstärken kann. Es ist also wichtig, sich besser auf die Extreme einzustellen.

Auch wir in Deutschland müssen da mehr tun, auch wenn trotz bisher zu geringer Niederschläge noch offen ist, ob 2022 wieder ein Trockenheits-Jahr wie 2018, 2019 und 2020 wird. Dabei haben wir noch Glück, denn tendenziell sollen die Sommer bei uns zwar trockener, die Winter aber feuchter werden. Fachleute sagen: Wasser aus dem Winter muss für den Sommer verfügbar gemacht werden. Kein einfacher Job, wie man sich vorstellen kann. Aber nötig. (Joachim Wille)

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