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Herzmuskelentzündung nach Corona-Impfung: So groß ist das Risiko wirklich

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Von: Nico Scheck

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Nach einigen Corona-Impfungen wurden bislang Fälle einer Herzmuskelentzündung als Nebenwirkung entdeckt. Doch wie groß ist das Risiko wirklich?

Frankfurt – Fast jede Impfung bringt Nebenwirkungen mit sich, so auch die Corona-Impfung. Besonders besorgniserregend sind dabei die Fälle von Herzmuskelentzündungen. Bei einem schwerem Verlauf kann dies zum Tod führen. Doch wie oft tritt eine Herzmuskelentzündung in Zusammenhang mit einer Corona-Impfung tatsächlich auf?

Zunächst sei erklärt: Meist sind verschleppte Infekte die Ursache für eine Herzmuskelentzündung (Myokarditis). Diese kann laut Angaben der Deutschen Herzstiftung beispielsweise bei einer Grippe auftreten oder einem Magen-Darm-Infekt, sofern diese nicht richtig auskuriert werden. Wer zu schnell wieder in den Alltag oder gar den Sport zurückkehrt, riskiert eine Verschleppung des Infekts. Die Folge: Eine Myokarditis kann sich entwickeln.

Herzmuskelentzündungen sind eine seltene Nebenwirkung der Corona-Impfung.
Herzmuskelentzündungen sind eine seltene Nebenwirkung der Corona-Impfung. © Spectral/imago

Herzmuskelentzündung nach Corona-Impfung: So hoch ist das Risiko

Wenig verwunderlich also, dass die Deutsche Herzstiftung dazu appelliert, Infekte entsprechend auszukurieren. Doch wie sieht es mit den Fällen von Herzmuskelentzündungen nach der Corona-Impfung aus? Die Meldungen von Beschwerden nach einer Impfung werden vom Paul Ehrlich-Institut (PEI) als deutsches Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel in Sicherheitsberichten erfasst. So tauchen im aktuellen Bericht auch die Myokarditis-Fälle auf.

Darin heißt es unter anderem: „Zu den bekannten, sehr seltenen Nebenwirkungen der mRNA-Impfstoffe zählen Myokarditis (Entzündung des Herzmuskels) und Perikarditis (Entzündung des Herzbeutels), wobei insbesondere junge Männer sowie männliche Kinder und Jugendliche nach der zweiten Impfung betroffen sind.“

Bis 30. September 2021 wurden in Deutschland 92 Millionen Impfdosen Comirnaty (Biontech/Pfizer) und Spikevax (Moderna) verimpft. Dem PEI wurden dabei insgesamt 1.243 Verdachtsmeldungen einer Herzmuskelentzündung gemeldet. Das Institut betont jedoch, dass die Myokarditis der Impfung nicht zweifelsfrei zugeordnet werden konnte. Die Ursache kann auch in einem verschleppten Infekt oder der Einnahme bestimmter Medikamente liegen.

Corona-Impfung: Meisten Patienten fühlen sich nach Herzmuskelentzündung „schnell besser“

Eine weitere gute Nachricht: Die Herzmuskel- oder Herzbeutelentzündung nach einer mRNA-Impfung verläuft in den seltensten Fällen lebensbedrohlich. Laut dem PEI-Sicherheitsbericht zeigen die Daten, „dass die meisten Patienten mit einer Myo-/Perikarditis nach Impfung mit mRNA-Impfstoffen gut auf Behandlung und Ruhe ansprechen und sich schnell besser fühlen“.

Schmerzen im Herzbereich
Wie oft kommt es nach einer Corona-Impfung tatsächlich zu einer Herzmuskelentzündung? (Symbolbild) © Andrey Popov/Imago

Demnach wurden bis zu besagtem Zeitpunkt neun Todesfälle im Zusammenhang von Corona-Impfung und Herzmuskel- beziehungsweise Herzbeutelentzündung gemeldet. Es betraf sechs Männer sowie drei Frauen im Alter von 35 bis 84 Jahren.

Zuletzt wurde bekannt, dass Fußball-Spieler Alphonso Davies vom FC Bayern München an einer Herzmuskelentzündung leidet. Beim Kanadier war die Myokarditis allerdings nach einer Covid-19-Erkrankung und nicht einer Corona-Impfung festgestellt worden. (nc)

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