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Nebenwirkung der Impfung

Corona-Impfung mit Moderna oder Biontech: Herzerkrankung als Nebenwirkung?

  • Sarah Neumeyer
    VonSarah Neumeyer
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Eine seltene Nebenwirkung nach Corona-Impfungen mit den mRNA-Impfstoffen von Moderna oder Biontech sind Herzmuskelentzündungen. Eine neue Studie zeigt, wie häufig diese auftreten.

Kassel – Nach Corona-Impfungen mit den mRNA-Vakzinen von Moderna und Biontech/Pfizer sind immer wieder vereinzelte Fälle von Herzmuskelentzündungen aufgetreten. Zwei neue großangelegte Studien haben nun untersucht, welche Auswirkungen die Impfstoffe auf das Herz haben.

Für die derzeit laufenden Auffrischungsimpfungen werden die mRNA-Impfstoffe von Moderna und Biontech empfohlen. Nach der Booster-Impfung sind Impfreaktionen wie Schmerzen an der Einstichstelle, Kopf- und Muskelschmerzen keine Seltenheit. Zu schweren Nebenwirkungen wie einer Myokarditis (Herzmuskelentzündung) kommt es hingegen nur sehr selten. Trotzdem verunsichern viele Menschen die Meldungen über ebensolche Herzerkrankungen.

Corona: Neue Studie zu Herzmuskelentzündungen nach mRNA-Impfungen

Wie wahrscheinlich eine Herzmuskelentzündung ist, haben Forschende nun in einer im British Medical Journal veröffentlichten neuen Studie aus Dänemark analysiert. Für die Studie konnten die Forschenden die Daten von etwa fünf Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern Dänemarks nutzen, die über 12 Jahre alt sind. Insgesamt entwickelten 69 Personen innerhalb von 28 Tagen nach der Impfung mit einem mRNA-Impfstoff eine Myokarditis – davon 48 nach einer Biontech-Impfung und 21 nach einer Moderna-Impfung.

Für die Studie konnten die Forschenden die Daten von etwa fünf Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern Dänemarks nutzen, die über 12 Jahre alt sind. Insgesamt entwickelten 69 Personen innerhalb von 28 Tagen nach der Corona-Impfung mit einem mRNA-Impfstoff eine Myokarditis.

Laut der Studie ist das Risiko einer Herzmuskelentzündung in Dänemark insbesondere bei Frauen im Alter von 12 bis 39 Jahren erhöht. Das sei überraschend, nicht vereinbar mit bisherigen Daten und schwer zu erklären, schreibt Medizinprofessor Walid Gellad von der University of Pittsburgh im British Medical Journal zu den Ergebnissen der Studie. Insgesamt bestätige die Studie jedoch, was bereits über impfstoffassoziierte Myokarditis bekannt sei: „Dass sie selten ist, aber sie existiert.“

Vollständig Geimpfte in Deutschland (20.12.2021)58,4 Mio. Personen (70,3 % der Gesamt­bevölkerung)
Booster-Impfungen in Deutschland (20.12.2021)26,2 Mio. Personen (31,5 % der Gesamt­bevölkerung)
Quelle: Impfdashboard.de

Herzmuskelentzündungen nach Corona-Impfungen und bei Ungeimpften

In der Studie wurden die registrierten Fälle von Herzmuskelerkrankungen nach einer Corona-Impfung dann mit Myokarditis-Erkrankungen in Beziehung gesetzt, die im gleichen Zeitraum bei Nichtgeimpften aufgetreten waren, berichtet das Ärzteblatt. In diesem Vergleich war nach Biontech-Impfungen kein signifikanter Anstieg nachweisbar, bei Moderna-Impfungen wiesen die Daten jedoch auf eine etwa viermal höhere Wahrscheinlichkeit hin, so das Ärzteblatt. Die meisten betroffenen Personen konnten das Krankenhaus jedoch innerhalb von 72 Stunden wieder verlassen.

Von den mit Moderna geimpften Personen entwickelte keiner eine Herzinsuffizienz. Bei den mit Biontech geimpften Personen kam es zu einer tödlichen Herzinsuffizienz. Von den 155 Patienten der Kontrollgruppe erlitten sieben Personen eine Herzinsuffizienz, an der drei starben. Das Risiko, an einer Myokarditis zu sterben, ist bei Geimpften demnach sogar geringer als bei Ungeimpften.

Herzmuskelerkrankung nach Corona-Impfung: Risiko nach Infektion höher

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch eine Studie, die im Fachmagazin Nature veröffentlicht wurde. Die Forschenden aus Großbritannien verglichen, wie häufig Herzerkrankungen nach Corona-Impfungen und Covid-19-Infektionen auftreten. Das Ergebnis der Studie: Das Risiko, nach einer Infektion mit dem Coronavirus wegen einer Myokarditis im Krankenhaus behandelt werden zu müssen, ist höher als nach einer Corona-Impfung.

Das Forscherteam um Julia Hippisley-Cox von der Universität Oxford untersuchte, ob es in den ersten 28 Tagen nach einer Impfung häufiger zu Herzmuskelentzündungen, Herzbeutelentzündungen (Perikarditiden) oder Herzrhythmusstörungen gekommen ist. Dazu analysierten die Forschenden Daten aus Großbritannien, wie die  „Hospital Episode Statistics“, die in Großbritannien alle Krankenhausdiagnosen erfassen, sowie Daten zu Todesfällen und positiven Corona-Testergebnisse, berichtet das Ärzteblatt.

Innerhalb von 28 Tagen nach der ersten Biontech-Impfung trat pro eine Million Menschen zusätzlich eine Myokarditis-Erkrankung auf. Nach einer einfachen Impfung mit dem Moderna-Impfstoff waren es sechs Fälle pro eine Million Menschen, nach der zweiten Impfung zehn. Deutlich höher lagen die Werte jedoch nach Corona-Infektionen. In den ersten 28 Tagen nach einem positiven Test traten 40 zusätzlichen Herzmuskelerkrankungen pro eine Million Personen auf. Ein erhöhtes Risiko für eine Herzmuskelentzündung nach Impfungen mit den mRNA-Vakzinen konnten die Forschenden nur in der Altersgruppe unter 40 Jahren feststellen. (sne)

Rubriklistenbild: © Philipp von Ditfurth/dpa

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