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Virologe Hendrik Streeck
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Virologe Hendrik Streeck äußert sich regelmäßig zu den Entwicklungen der Corona-Pandemie. (Archivbild)

Corona

Virologe Streeck über Delta-Variante: „Unnötige Angst“ - Drosten widerspricht

  • VonMirko Schmid
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Die Berichterstattung im Zusammenhang mit der Delta-Variante des Coronavirus passt dem Virologen Hendrik Streeck nicht. Drosten und Lauterbach widersprechen.

Bonn - Hendrik Streeck will die Debatte über die Gefährlichkeit der Delta-Variante des Coronavirus aus der Öffentlichkeit zurück in die Virologie und in die Epidemiologie verlegen. Dem Virologen zufolge „wisse man“, dass Impfstoffe und Hygiene-Maßnahmen gegen die neue Variante „genauso gut“ helfen würden, wie gegen die Urform des Virus.

„Alle Schreckensmeldungen und Warnungen erzeugen beim Bürger nur unnötige Angst“, beschwichtigt Streeck im Interview mit der Fuldaer Zeitung*. Obwohl die Delta-Variante in immer mehr Regionen dominant werde, hält er eine schrittweise Lockerung der Corona-Auflagen für angemessen.

Kein gutes Zeugnis stellt Hendrik Streeck der Politik aus. Diese sei noch immer nicht aktiv genug, erklärte Streeck gegenüber der „Fuldaer Zeitung“. Es werde versäumt, die richtigen Lehren aus der Pandemie zu ziehen und bereits jetzt Antworten auf sämtliche Eventualitäten, die im Herbst und Winter auftreten könnten, zu erarbeiten. Einen Lösungsansatz sieht der Virologe in der Einrichtung eines Pandemierates, welcher entsprechende Planspiele durchführen solle.

Corona-Varianten
Alphain Großbritannien aufgetauchte Variante B.1.1.7
Betain Südafrika aufgetauchte Variante B.1.351
Gammain Brasilien aufgetauchte Variante P.1
Deltain Indien aufgetauchte Variante B.1.617.2

Drosten widerspricht Streeck: „Deutschland im Rennen mit Delta-Variante“

Im Gegensatz zu Hendrik Streeck ruft dessen Kollege Christian Drosten dringlich dazu auf, die Delta-Variante des Coronavirus schon jetzt ernst zu nehmen. Im Rahmen eines Online-Kongresses für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin befand der in Berlin wirkende Virologe: „Ich bin mittlerweile so weit, dass ich sage, wir sind hier jetzt im Rennen in Deutschland mit der Delta-Variante.“

„Immer mehr“ Menschen und Labore meldeten sich, so Drosten, um von Ausbrüchen zu berichten. Vor allem in den nördlichen Regionen des Landes verschärfe sich die Lage, Schleswig-Holstein sei besonders betroffen. Auch im südlichen Dänemark und in Großbritannien, wo die Delta-Variante bereits für 90 Prozent der Corona-Fälle verantwortlich sein soll, schrillen die Alarmglocken.

Drosten macht Feiern und Gastronomie für Verbreitung der Delta-Variante verantwortlich

Laut Christian Drosten habe sich das Infektionsgeschehen im Vereinigten Königreich vor allem unter jungen Menschen verschärft, Grund dafür seien Feiern und die Gastronomie. Dies hatte dazu geführt, dass Großbritannien von ursprünglichen Plänen der Lockerung abgewichen war und den sogenannten „Freedom Day“, das Ende des Lockdowns, vom 21. Juni auf den 19. Juli verschoben hatte.

Und auch der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach beteiligt sich an der Debatte um die Delta-Variante. Auf Twitter schreibt der Mediziner: „Die Delta-Variante ist für ärmere Länder eine Katastrophe. Sie ist so ansteckend, dass man sich ohne Lockdown, dort unbezahlbar, kaum schützen kann. Der schwere Verlauf trifft leider auch Jüngere hart. Wir hätten früher Impfstoffkapazitäten aufbauen müssen.“

Auch in Bezug auf die Infektionslage in Deutschland warnt Lauterbach vor der Delta-Variante: „Ich schließe mich den Kollegen an. Die rasante Verbreitung der Delta-Variante in Portugal wird nicht die einzige bleiben. Im Herbst wird die Delta-Variante auch bei uns dominieren. Wir müssen aktiv daran arbeiten, eine sehr hohe Impfquote zu erreichen.“ (Mirko Schmid) *fuldaerzeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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