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Heiße Quellen auf Saturn-Mond Enceladus

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Die Schichten des Saturnmondes Enceladus: Sprudeln im Inneren des Mondes heiße Quellen?
Die Schichten des Saturnmondes Enceladus: Sprudeln im Inneren des Mondes heiße Quellen? © dpa/NASA/JPL-Caltech

Winzige Gesteinskörner, die von Geysiren auf dem Saturn-Mond Enceladus ins All gespuckt werden, lassen nur eine Schlussfolgerung zu: Im Ozean des Saturn-Monds gibt es heiße Wasserquellen. Das ist ein Ergebnis der Mission der Raumsonde "Cassini".

Forscher haben weitere Hinweise dafür entdeckt, dass der eisbedeckte Saturn-Mond Enceladus mancherorts geeignete Umweltbedingungen für lebende Organismen bieten könnte. Dies legen neue Datenauswertungen der Raumfahrtmission "Cassini-Huygens" nahe, wie die Universität Heidelberg am Mittwoch mitteilte. Die Forscher sehen demnach in winzigen Gesteinskörnern, die von Geysiren auf Enceladus ins All gespuckt wurden, klare Anhaltspunkte für eine sogenannte hydrothermale Aktivität im Ozean des Saturn-Mondes. Dabei dringt Meerwasser in die Gesteinskruste ein, reagiert mit ihr und tritt als heiße, mit Mineralen angereicherte Lösung aus.

An den in der Fachzeitschrift "Nature" veröffentlichten Forschungen waren den Angaben zufolge Wissenschaftler der Universitäten Heidelberg und Stuttgart beteiligt. Die Raumsonde "Cassini" hatte wiederholt sehr kleine Gesteinspartikel entdeckt, die stark siliziumhaltig waren und in derselben Entfernung wie Enceladus um den Saturn kreisten. Die Forscher ermittelten nun, dass es sich bei diesen Partikeln um Siliziumdioxid-Körner handeln muss, die auf der Erde in Sand und dem Mineral Quarz vorkommen.

Auf der Erde bilden sich Siliziumdioxid-Körner der entsprechenden Größe meist durch hydrothermale Aktivität unter einer Reihe von bestimmten Bedingungen - nämlich dann, wenn leicht alkalisches Wasser mit nur mäßigem Salzgehalt, das zugleich mit Siliziumdioxid übersättigt ist, einem großen Temperaturgefälle ausgesetzt ist. "Wir haben methodisch nach anderen Erklärungen für die winzigen Siliziumdioxid-Körnchen gesucht, aber jedes neue Ergebnis war ein Hinweis auf einen einzigen, sehr wahrscheinlichen Ursprung", erläuterte der Zweitautor der Studie, Frank Postberg.

Den Wissenschaftler zufolge formen sich die Körnchen, wenn heißes Wasser mit gelösten Mineralen aus dem felsigen Inneren des Saturn-Mondes nach oben wandert und dort in Kontakt mit kälterem Wasser kommt. Für diese Wechselwirkungen werden Temperaturen von mindestens 90 Grad Celsius benötigt. Die Forscher gehen davon aus, dass diese Bedingungen auf dem Meeresboden von Enceladus herrschen, wo heißes Wasser aus dem Inneren auf das relativ kalte Wasser des Ozeanbodens trifft.

Der Ozean auf dem Saturn-Mond ist nach früheren Erkenntnissen der Astronomen zehn Kilometer tief und wird von einer 30 bis 40 Kilometer dicken Eiskruste bedeckt. Die Siliziumdioxid-Teilchen wandern den Wissenschaftlern zufolge relativ schnell in Richtung Oberfläche zu den Quellen des Geysire auf Enceladus, von denen die dann in den Weltraum gespuckt werden.

Die "Cassini-Huygens"-Mission war am 15. Oktober 1997 gestartet und erreichte knapp sieben Jahre später den Gasplaneten Saturn. Die Mission umfasst die Raumsonde "Cassini" und die Atmosphärensonde "Huygens", sie ist ein gemeinsames Projekt der US-Weltraumbehörde Nasa, der europäischen Weltraumagentur ESA und der italienischen Weltraumbehörde ASI. 2005 konnte die Mission mit dem Nachweis von Wassereis-Fontänen erstmals geologische Aktivität auf Enceladus zeigen. (afp)

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