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Heiß, heißer, Klimaanlage

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Von: Joachim Wille

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Die Hitzewellen der vergangenen Jahre haben zu einem Boom bei Klimaanlagen geführt. Der Trend zur technischen Klimatisierung wird sich weiter verschärfen. Dafür braucht es eine Menge Energie - der Bedarf kann theoretisch gut mit Solarstrom gedeckt werden.

Immer häufiger sieht man sie auch bei uns an Hauswänden: die weißen Kästen mit einem Ventilator und einem Schlauch, aus dem Kondenswasser läuft. Klimaanlagen werden längst nicht mehr nur in Büros und Geschäften installiert, zunehmend finden sie sich auch in Privathäusern. Die Hitzewellen der letzten Jahre mit 35 Grad und mehr haben zu einem Boom geführt. Wer die Knete hat, wappnet sich so gegen den Klimawandel – zumindest in den eigenen vier Wänden.

Der Trend zur Klimatisierung läuft. Auch wenn Deutschland im Vergleich etwa zu den USA oder asiatischen Ländern hier noch Entwicklungsland ist. Ein US-Forschungsteam hat vorgerechnet, dass wegen zunehmender Hitze Klimaanlagen weltweit im nächsten Jahrzehnt die Heizung als Energieverbraucher übertreffen dürften. Wann genau, hänge davon ab, welche Raumtemperatur für Komfort und Gesundheit gewählt wird. Und natürlich davon, wie viele Menschen sich die Kühlgeräte und ihren teuren Betrieb überhaupt leisten können.

Die Sache ist nicht trivial. Es wird geschätzt: Bis 2100 wird es bei fortschreitendem Klimawandel auf 45 bis 70 Prozent der globalen Landfläche zeitweise so heiß sein, dass der Mensch ohne technische Hilfen, wie eben Klimaanlagen, nicht überleben kann. Derzeit sind es erst zwölf Prozent.

Effizienter kühlen

Doch es gibt, was das angeht, zum Glück nicht nur schlechte Nachrichten. Anders als beim Heizen im Winter kann der Energieverbrauch der Klimaanlagen zumindest theoretisch gut mit Solarstrom gedeckt werden, also ohne zusätzlichen CO2-Ausstoß. Die meisten Kilowattstunden werden in Photovoltaik-Anlagen ja gerade dann erzeugt, wenn die Sonne die Hitze auf die Spitze treibt. Zudem gibt es neuere Entwicklungen in der Klimatechnik, die deren Energieverbrauch zukünftig deutlich senken könnten. Forscher:innen arbeiten daran, mit Membranen, Magneten oder Kristallen effizienter zu kühlen, das Prinzip der Verdunstung oder sogar Wärmequellen für das Erzeugen von Kälte nutzbar zu machen.

Natürlich muss mehr geschehen. Gebäude und ganze Städte müssen so umgestaltet werden, dass sie kühlen, etwa durch bessere Wand- und Dachisolierung, hellere, reflektierende Dach- und Wandfarben und mehr natürliche Beschattung durch Bäume. Aber gut zu wissen, dass, wenn es dereinst heiß auf heiß kommt, auch ein Knopfdruck auf das Klimagerät Linderung verschaffen kann.

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