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Bolsonaro ist nicht nur wenig zimperlich, wenn er an der Kollegin und dem Kollegen in Europa etwas auszusetzen hat.

Ökologisch

Hauptmann Kettensäge

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Jair Bolsonaro hat nur Spott übrig für die Kritiker seiner Amazonas-Politik. Die FR-Kolumne „Ökologisch“.

Für die bin ich Hauptmann Kettensäge.“ Jair Bolsonaro hat nur Spott übrig für die Kritiker seiner Amazonas-Politik, die die weitere Öffnung des Regenwaldes für Agrarkonzerne zum Ziel hat. Vor Unternehmern ließ Brasiliens Präsident jetzt diesen Spruch ab, der auf Klimaschützer generell, speziell aber auch auf zwei Amtskollegen gemünzt war.

Er sagte, die deutsche Bundeskanzlerin Merkel und Frankreichs Staatspräsident Macron hätten wohl noch nicht bemerkt, dass Brasilien eine neue Regierung habe, die sich nicht mehr unterwürfig den Wünschen des Auslands füge. Gemeint ist: Dass Leute wie Merkel und Macron es gerne sähen, wenn der Amazonas-Regenwald erhalten bliebe, ist eine unerlaubte Einmischung in die Angelegenheiten des größten südamerikanischen Landes.

Abholzung als „Lüge“

Doch Bolsonaro ist nicht nur wenig zimperlich, wenn er an der Kollegin und dem Kollegen in Europa etwas auszusetzen hat. Auch die Wahrheit kommt unter die Räder. Als jetzt das brasilianische Institut für Weltraumforschung (INPE) die neuesten Zahlen zur Abholzung im Regenwald veröffentlichte, bezeichnete er die Daten schlichtweg als Lüge, die von dem renommierten Institut im Auftrag internationaler Umweltorganisationen verbreitet werde. Das INPE hatte für Juli gemeldet, dass mehr als 2250 Quadratkilometer Regenwald gerodet wurden – viermal so viel wie im gleichen Monat des Jahres 2018. Das entspricht der Fläche von drei Fußballfeldern pro Sekunde. Bereits für den Juni meldete das Institut fast eine Verdoppelung.

Bolosonaro, der jüngst in den Amazonas-Metropole Manaus verkündet hatte, er wolle „die (ökonomische) Entwicklung mit der Erhaltung der Umwelt verbinden“, passte das nun gar nicht. Die Zahlen seien „absurd“ und sie zu veröffentlichen „sehr schlecht für uns“. Er ordnete an, das INPE dürfe seine Daten künftig nur noch nach Rücksprache mit dem Wissenschaftsministerium in Brasilia herausgeben. Zudem entließ er den Leiter des Instituts, Ricardo Galvao, und ersetzte ihn durch einen Militär.

Wird man sich künftig überhaupt noch auf die offiziellen brasilianischen Zahlen zum Waldverlust verlassen können? Zweifel sind angebracht. Wer wird sich noch trauen, die Wahrheit zu sagen, wenn der Staatschef sagt, solche Zahlen könnten nur von „böse Brasilianern“ kommen, die eine „Negativkampagne“ gegen“ unser Brasilien“ betrieben?

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