Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Die Erwärmung und damit der Verlust von Meereis betrifft nicht nur die antarktische Halbinsel, sondern seit drei Jahren auch die riesige Ostantarktis.
+
Die Erwärmung und damit der Verlust von Meereis betrifft nicht nur die antarktische Halbinsel, sondern seit drei Jahren auch die riesige Ostantarktis.

Öko-logisch

Grüne Antarktis?

  • Joachim Wille
    vonJoachim Wille
    schließen

Die Erwärmung und damit der Verlust von Meereis trifft nicht nur die antarktische Halbinsel, sondern seit drei Jahren auch die riesige Ostantarktis.

Vom Grönland heißt es: Es war einmal grün. Daher der Name, der der Insel im 10. Jahrhundert verliehen wurde, während einer relativ warmen Phase in der Region um den Nordatlantik. Doch der Begriff vermittelt eine falsche Vorstellung. Mit mäßiger Vegetation bewachsen war Grönland damals nur an den Küsten. Flächendeckend grün war die Insel in einem viel früheren Erdzeitalter, vor mehr als 2,5 Millionen Jahren.

Auch die Antarktis war in erdgeschichtlicher Zeit schon eisfrei. In der mittleren Kreidezeit vor 90 Millionen Jahren, die als Zeitalter der Dinosaurier gilt, wuchs in der Nähe der Westantarktis sogar ein gemäßigter Regenwald. Damals war es dort im Jahresschnitt zwölf Grad Celsius warm.

Und nun, in Zeiten des Klimawandels? Grün statt Eis? Ananas züchten im hohen Norden, wie CSU-Zampano Franz-Josef Strauß einmal orakelte? Damit wird es so schnell nichts werden. Doch tatsächlich werden im Süden der Insel inzwischen bereits Kartoffeln und Gemüse angebaut, die warme Saison ist länger geworden. Im Fall der deutlich kälteren Antarktis, des einzigen Kontinents ohne dauerhafte menschliche Besiedlung, ist so etwas nicht denkbar. Doch auch hier gilt: Der Erdteil könnte in Zukunft von neuen Pflanzen- und Tierarten besiedelt werden, die aus wärmeren Regionen einwandern. Es gäbe dann grüne Küsten aufgrund von Moosen, Flechten und Algen. Allerdings droht in der Erdregion auch Artenverlust, da der Lebensraum für besonders kälteliebende Spezies schwindet.

Algen wachsen stärker

Fachleute des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) in Bremerhaven haben in einem Großprojekt Hunderte von Fachartikeln über die Antarktis aus dem vergangenen Jahrzehnt ausgewertet und das geballte Wissen in einem Fachartikel kondensiert. Dem „Ergrünen“ kann man vielleicht etwas Positives abgewinnen, weil das verstärkte Algenwachstum unter Umständen (sicher ist es nicht), mehr CO2- Aufnahme aus der Atmosphäre bedeutet und damit dem Klimawandel entgegenwirken kann. Doch andere Tendenzen sind eindeutig negativ, so die Ozeanversauerung, die auch in den antarktischen Gewässern wirkt. Und die Erkenntnis, dass die Erwärmung und damit der Verlust von Meereis nicht nur die antarktische Halbinsel betrifft, sondern seit drei Jahren auch die riesige Ostantarktis. Lange dachten man, der Klimawandel könne ihr zumindest vorerst wenig anhaben. Die neue Entwicklung sei „beunruhigend“, so das AWI.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare