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Voyager 1 konnte im Jahr 1979 den großen roten Fleck auf dem Jupiter fotografieren. Damals war die längere Achse noch 23.300 Kilometer lang.

Jupiter

Der große rote Fleck schrumpft

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Der große rote Fleck, der auf der Oberfläche des Planeten Jupiter kaum zu übersehen ist, schrumpft immer schneller. Nun wollen Wissenschaftler untersuchen, ob Gegenströmungen auf dem Jupiter dafür verantwortlich sein könnten.

Er ist größer als die Erde und die wahrscheinlich bekannteste Struktur auf einem Planeten in unserem Sonnensystem - von der Erde einmal abgesehen: der große rote Fleck auf dem Jupiter. Seit den 1930er Jahren beobachten Astronomen die Veränderung des riesigen Sturms auf dem Jupiter und stellen fest: der große rote Fleck schrumpft. Frühe Beobachtungen aus dem 19. Jahrhundert zeigten nach Angaben der US-Raumfahrtbehörde Nasa, dass die lange Achse des Flecks 41.000 Kilometer lang war. Die Raumsonden Voyager 1 und Voyager 2 nahmen bei ihrem Vorbeiflug am Jupiter im Jahr 1979 Maß und kamen auf nur noch 23.300 Kilometer.

Ein Bild, das das Weltraumteleskop Hubble im Jahr 1995 machte, zeigte, dass die Achse zum damaligen Zeitpunkt nur noch knapp 21.000 Kilometer lang war. 2009 waren es gar nur noch 17.800 Kilometer. Neue Aufnahmen des Hubble-Weltraumteleskops zeigen, dass der große rote Fleck seit 2009 noch einmal geschrumpft ist: Etwa 16.500 Kilometer ist die Achse nun nur noch lang - und damit kürzer als je zuvor.

Schon 2012 zeigten Beobachtungen, dass das Tempo, mit dem der rote Fleck schrumpft, deutlich zunimmt, die Form des Flecks verändert sich immer mehr von einem Oval hin zu einem Kreis. "Unsere neuen Beobachtungen zeigen, dass sehr kleine Gegenströmungen in den großen roten Fleck eindringen", erklärt Amy Simon vom Nasa Goddard Space Flight Center, das das Hubble-Teleskop betreibt. "Wir vermuten, dass die Gegenströmungen dafür verantwortlich sein könnten, dass der Fleck schrumpft", sagt Simon, deren Team die Bewegung der Gegenströumgen und die Auswirkungen auf den großen roten Fleck untersuchen will.

Der Große Rote Fleck wurde erstmals im Jahr 1665 von Robert Hooke gesichtet. Wie lange er zu diesem Zeitpunkt bereits existierte, ist unklar. Wissenschaftler gehen davon aus, dass es sich bei dem markanten Fleck um einen gigantischen Sturm handelt, der sich entgegen des Uhrzeigersinns dreht und etwas kälter ist als die ihn umgebenden Gase. Woher die charakteristische rote Farbe des Flecks stammt, ist unklar.

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