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Der zwölfjährige Cruz Coronado und sein Vater mit einem Bösewicht in der Bibliothek.

Es gibt noch so viel zu entdecken

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National Geographic veröffentlicht unter dem Titel "Explorer Academy" erstmals eine Abenteuerroman-Serie für Kinder.

Große Entdecker haben Menschen schon immer fasziniert. Und nicht zuletzt geben die unglaublichen technologischen Errungenschaften, die dank der Digitalisierung völlig neue Dimensionen erreichen, auch neuerdings Anlass zum Staunen. Diese oft kindliche Freude am Entdecken von neuen Welten, die eng mit dem wissenschaftlichen Forschergeist verbunden ist, vermag die US-amerikanische Autorin Trudi Trueit in „Das Geheimnis um Nebula“, einem Abenteuerroman, zu wecken.

Mit der Serie „Explorer Academy“ bringt National Geographic erstmals fiktionale Literatur für Kinder zwischen acht und zwölf Jahren heraus – gut lesbar, spannend und unterhaltsam erzählt. Kolorierte Illustrationen, die teils an Comics erinnern, lassen die jungen Leser in eine Welt voller Geheimnisse eintauchen.

Die Explorer Academy ist eine Eliteschule für junge Forscher aus aller Welt, die dort von berühmten und exzentrischen Wissenschaftlern und Experten unterrichtet und trainiert werden. Die oft außergewöhnlichen Charaktere der Lehrenden werden mit Liebe zum Detail beschrieben.

Erinnerungen an Harry Potter 

Die Grundkonstruktion – Jugendliche mit herausragenden Fähigkeiten erleben an einer speziellen Schule Abenteuer – erinnert an die Fantasy-Bestseller-Reihe um Harry Potter. Und manchmal wirken die beschriebenen technischen Gadgets – wie eine Brille, die je nach Stimmungslage ihres Trägers die Farbe verändert – sogar ein wenig magisch.

Einer der 23 Schulkinder ist der 12-jährige Cruz Coronado aus Hawaii, dessen Mutter selbst Forscherin an der Academy war, aber bei einem ungeklärten Laborunfall ums Leben kam. Gleich im ersten Kapitel kommt Spannung auf, als Cruz beim Surfen vor Hawaii von einem unbekannten Mann in Taucherausrüstung in die Tiefe gezogen wird. Nur knapp schafft es Cruz, dem Mann zu entkommen und sich vor dem Ertrinken zu retten.

Das ist der Auftakt zu einem lebensgefährlichen Rätsel, das Cruz versuchen wird zu lösen – mithilfe seiner mutigen und einfallsreichen Mitschüler. Auch Cruz‘ Mikrofluggerät, eine Honigbienendrohne namens Mell, hilft den Kindern mehrmals aus der Bredouille, als ihnen ihre Widersacher eine Falle stellen. Nicht nur während der anspruchsvollen Ausbildung an der Kaderschmiede, auch beim Versuch, den mysteriösen Tod seiner Mutter aufzuklären, muss Cruz viele knifflige Aufgaben lösen – und gerät dabei stets in neue brenzlige Situationen. Es fügt sich trefflich, dass das Codeknacken zufällig eine von Cruz‘ Lieblingsbeschäftigungen ist. 

Häufig realer Hintergrund 

Viele der im Buch präsentieren Erfindungen sind im übrigen keine Science-Fiction, sondern beruhen großenteils auf wissenschaftlichen Entwicklungen, wie man dem dokumentarischen Buchanhang entnehmen kann. Beispielsweise tragen an der Academy alle jungen Entdecker zur Identifikation ein OS-Armband, das als Generalschlüssel dient. „Organische Synchronisation“ steht in diesem Fall für ein Mini-Elektrokardiogramm. Anhand der einzigartigen elektrischen Aktivitäten der Herzmuskelfasern lässt sich jeder Mensch eindeutig identifizieren – solche Armbänder kommen in der Realität bereits zum Einsatz. 

Auch die Cave (computeranimierte virtuelle Erfahrung), wo die Schüler ihre Trainingsmissionen absolvieren, ist inspiriert von der so genannten erweiterten Realität, bei der computergenerierte Zusatzinformationen in die wirkliche Umgebung eingeblendet werden. Diese Technik kann ebenso zu spielerischen Zwecken wie zum Training, zur Wissensvermittlung oder im Katastrophenfall eingesetzt werden. 

Entdecken. Erfinden. Schützen.

Im Buch bekommt Cruz‘ Team in der Cave etwa die Aufgabe, Monarchfalter in einem mexikanischen Biosphärenreservat zu zählen. Dorthin wandern aus den USA und Kanada im Herbst bis zu einer Milliarde Schmetterlinge, um in den Nadelwäldern zu überwintern. Die Bewahrung der Naturschätze gehört dabei zu der Ausbildungsmission – schließlich lautet das Motto der Schule: Entdecken. Erfinden. Schützen.

Das sich selbst entfaltende Tagebuch von Cruz‘ Mutter (siehe Bild) geht auf den von Skylar Tibbits erfundenen 4-D-Drucker zurück. Während man mit 3-D-Druckern Objekte produzieren kann, kann ein 4-D-

Drucker das Objekt darüber hinaus in einer vorgegebenen Zeit montieren. Sollte es tatsächlich eines Tages möglich sein, dass Gebrauchsgegenstände wie Kleider oder Möbel bei Bedarf ihre Form ändern könnten, würde das unseren Alltag fundamental umkrempeln.

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