Gerste

Gerste mit mehr Nährstoffen

Zwei Mähdrescher im Kornfeld ernten Gerste Feld unter blauem Himmel mit Cumuluswolken Saalekreis
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Durch veränderte Gerstenpflanzen mehr Nährstoffe erhalten.
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Berliner Wissenschaftler verändern das Getreide gezielt.

Forscher der Freien Universität Berlin haben das Wurzelwachstum von Gerstenpflanzen gezielt verändert, um Spross und Körnern zu mehr Nährstoffen zu verhelfen und das Getreide unempfindlicher gegenüber Trockenheit zu machen. In der Praxis könnte die neue Methode nach Ansicht der Wissenschaftler helfen, Ernährungsprobleme zu entschärfen und die negativen Folgen des Klimawandels für die Landwirtschaft zu reduzieren.

Das Team der Angewandten Genetik am Institut für Biologie der Freien Universität Berlin hat zu diesem Zweck über eine genetische Manipulation den Gehalt des Hormons Cytokinin in den Wurzeln verringert. Cytokinin hemmt das Wurzelwachstum. Pflanzen, die weniger davon enthalten, bilden daher ein größeres Wurzelsystem aus.

Dünger einsparen

Das wiederum hat zur Folge, dass Getreide mit größeren Wurzeln weniger empfindlich auf Wassermangel reagiert – ein wichtiger Aspekt im Hinblick auf den Klimawandel, der in vielen Regionen der Welt zunehmende Dürreperioden und damit einen geringeren Ernteertrag mit sich bringt. Bereits heute wird ein großer Teil des verfügbaren Trinkwassers auf der Erde von der Landwirtschaft für künstliche Bewässerung verbraucht.

Ein weiterer Effekt eines größeren Wurzelsystems besteht darin, dass die Körner der veränderten Gerstenpflanzen mehr Nährstoffe enthalten, wie die Wissenschaftler herausfanden. Das hat damit zu tun, dass die Wurzeln den Pflanzen ein größeres Bodenvolumen erschließen. Als „besonders vielversprechend“ bewerten die Forscher in diesem Zusammenhang den „um bis zu 44 Prozent erhöhten Gehalt an Zink“. Denn vor allem in armen Ländern leiden viele Menschen unter einem Mangel an diesem Mineralstoff. Zu wenig Zink kann zu einer Schwächung des Immunsystems führen und gilt als wichtige Ursache für Kindersterblichkeit.

Die verbesserte Aufnahme von Nährstoffen aus dem Boden könnte außerdem helfen, Dünger einzusparen, erklären die Forscher. Damit ließen sich negative Auswirkungen auf die Umwelt wie schädliche Gasemissionen und eine Belastung des Grundwassers zu reduzieren

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