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Energiesparen vor acht

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Von: Verena Kern

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Kommunen wollen ihre Schwimmbäder weniger heizen. Doch das wird nicht reichen.
Kommunen wollen ihre Schwimmbäder weniger heizen. Doch das wird nicht reichen. © Friso Gentsch/dpa

Bei Gasknappheit und explodierenden Energiepreisen, wie wir sie derzeit erleben, müsste Energiesparen eigentlich das Gebot der Stunde sein. Wenn weniger verbraucht wird, sinkt die Nachfrage, das würde den Preisschock abmildern und zusätzlich auch noch Treibhausgase sparen.

Doch bislang tut sich Deutschland damit schwer. Energiesparen ist seit 50 Jahren, seit der Ölkrise, nicht mehr populär. Obwohl alle Nachhaltigkeit gut finden, stecken wir fest in einem alten Denken, in dem Sparen stets nach Verzicht und Arme-Leute-Leben klingt. Effizienz ist okay, Sparen nicht.

Zwar senken die Bürger:innen angesichts extrem hoher Preise ihren Verbrauch. Kommunen wollen ihre Gebäude und Schwimmbäder weniger heizen. Die Bundesregierung setzt dagegen ganz auf die Angebotsseite. Für russisches Gas soll Ersatz her. Aus Norwegen und Katar, mit schwimmenden LNG-Terminals und auch mit reaktivierten Kohlekraftwerken. Fürs Energiesparen gibt es nur Tipps und Förderangebote, was noch nie viel gebracht hat.

Verena Kern
Verena Kern © FR

Gemeinsame Anstrengung

So ernst, wie die Lage ist, wäre mehr nötig. So etwas wie eine gemeinsame Anstrengung, bei der alle mitmachen. Wie das aussehen könnte, hat das Umweltbundesamt skizziert. Mit den vorgeschlagenen Maßnahmen ließe sich der Verbrauch von Gas und Öl „schnellstmöglich“ reduzieren. Man bräuchte dafür nicht einmal Fachkräfte oder Baustoffe, die derzeit ja ebenfalls knapp sind.

Zunächst beim Heizen: In allen öffentlichen Gebäuden wird die Raumtemperatur um zwei Grad gesenkt. Für alle Verbraucher:innen gibt es verständliche Heizinformationen, etwa zum Lüften und sparsamen Umgang mit Warmwasser. Die Bundesregierung startet eine aufsuchende Kommunikationsoffensive. Alle Haushalte werden persönlich vom Kanzler oder seinen Minister:innen angeschrieben. Es gibt einfache Online-Tools und Video-Tutorials. Auf dem Sendeplatz von „Wirtschaft vor acht“ läuft „Energiesparen vor acht“.

Und beim Verkehr: Ein Tempolimit wird eingeführt. Das spart zwei Milliarden Liter fossile Kraftstoffe und rund fünf Millionen Tonnen CO2 pro Jahr. Jeder zweite Sonntag wird autofrei. Wo immer möglich, wird Homeoffice Standard. Im öffentlichen Personennah- und -fernverkehr wird das Angebot verbessert und ein günstiges Deutschlandticket eingeführt. Umsetzen könnte man das sofort. Der nächste Winter und die nächste Energierechnung wären dann weniger bedrohlich. Und für das Klima wäre es auch gut.

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