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Apollo-11-Astronaut Michael Collins fotografierte die Mondrückseite im Juli 1969.

Rückseite des Mondes

Geheimnisvolle Weltraummusik

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Die Rückseite des Mondes birgt noch viele Rätsel.

Dorthin zu gelangen, wo kein Mensch und keine von Menschen gemachte Maschine bisher gewesen ist, hat stets etwas Magisches. Das gilt umso mehr für die „dunkle“ Seite des Mondes. Durch die moderne Astronomie und vor allem, seit die Astronauten der Apollo-Missionen den Mond erkundet haben, wissen wir mehr über die silberne Scheibe am Firmament: zum Beispiel, dass die Mondoberfläche mit feinem Gesteinspulver bedeckt ist. Oder dass die dunklen Flecken mit Staub gefüllte Tiefebenen sind, die sich in der Anfangszeit unseres Sonnensystems durch den Einschlag von Asteroiden gebildet haben. Wissenschaftler früherer Zeiten hielten sie für Seen.

Die einzigen Menschen, die den Mond bisher betreten haben, waren die Astronauten der US-Weltraumbehörde Nasa. Sie besuchten jedoch alle nur die der Erde zugewandte Seite. Das lässt bis heute Raum für Spekulationen über den noch unerforschten, geheimnisvollen Teil des vertrauten Begleiters. Verbirgt der gute alte Mond noch etwas vor uns?

Ausgerechnet jene, die sich aufmachten, ihn zu erkunden, nährten solche Gedanken. So widerfuhr den Astronauten der Apollo 10-Mission im Mai 1969 etwas, das sie als sehr merkwürdig empfanden. Apollo 10 war der letzte Testflug vor der Mondlandung, bei dem die drei Astronauten Thomas Stafford, John Young und Eugene Cernan den Erdtrabanten umrundeten. Beim Passieren der Rückseite vernahmen die Männer plötzlich sonderbare Geräusche aus ihrem Funkgerät, die sie sich nicht erklären konnten, weil während dieser Phase kein Funkkontakt zur Erde bestand. „Hast du diesen pfeifenden Ton auch gehört“, fragte Eugene Cernan „Klingt wie Weltraummusik.“ Etwa eine Stunde lang sollen die unheimlichen Geräusche zu hören gewesen sein. Aus Angst, nicht ernst genommen zu werden, erwogen die Astronauten zunächst, das Erlebte zu verschweigen. Wieder zurück auf der Erde, erzählten sie es aber doch. Ein Transkript der Konversation an Bord veröffentlichte die Nasa 2008, den originalen Sound der Geräusche gab sie weitere Jahre später frei.

Projekt der Uni Kiel

Dass Außerirdische ein Konzert gegeben haben, davon geht man bei der Nasa allerdings nicht aus. Ein Techniker mutmaßte, die Überlagerung von Funksignalen könnte die Ursache für die Töne sein, die später auch Michael Collins, an Bord verbliebener Astronaut der Apollo-11-Mission, hörte.

Weniger gruselig als die akustischen Eindrücke von der Rückseite stellen sich die optischen dar. Aufnahmen zeigen, dass es dort weniger dunkle Flecken gibt, der Grund dafür ist noch unbekannt. Die chinesische Mondsonde soll dazu beitragen, einige der vielen Rätsel zu lösen. Mit an Bord ist auch ein Projekt der Universität Kiel, das vor allem die Neutronen-Strahlung erforschen und herausfinden soll, wo auf dem Mond es geschützte Unterkünfte für Astronauten geben könnte.

Denn die internationalen Weltraumorganisationen haben große Pläne mit dem Erdtrabanten: Irgendwann in der Zukunft soll ein „Monddorf“ errichtet werden und speziell die Rückseite wäre nach Ansicht von Experten der optimale Standort für ein Teleskop, um tief ins Weltall zu blicken.

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