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Corona-Patient auf Intensivstation
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Bei einem Drittel aller Corona-Intensivpatient:innen treten Beinvenenthrombosen auf. (Archivfoto)

Studie

Corona-Infektion erhöht Risiko von schweren Thrombosen

  • Pamela Dörhöfer
    VonPamela Dörhöfer
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Ein Forschungsteam unter Leitung der Universität Gießen untersucht die Ursachen und die Natur von Blutgerinnseln als Komplikation einer Corona-Infektion.

Gießen – Die ersten Obduktionen von Coronatoten in Deutschland im vergangenen Jahr zeigten damals eine auffällige Häufung von Thrombosen. Heute weiß man, dass Blutgerinnsel eine typische Komplikation schwerer Verläufe von Covid-19 sind. Das kann zudem in eine Lungenembolie, einen Schlaganfall oder Herzinfarkt bis hin zum Multiorganversagen münden. Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) hat sich mit den Ursachen und der Natur dieser Thrombosen beschäftigt und sie mit Gerinnseln bei Grippekranken verglichen. Bei ihren Untersuchungen fanden die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um Malgorzata Wygrecka vom Center for Infection and Genomics of the Lung der JLU und Klaus Preissner vom Kerckhoff-Herzforschungs-Institut heraus, „dass ,Coronathromben‘ viel effektiver gebildet wurden und ein dichteres und stabileres Gerinnsel-Netzwerk aufwiesen als solche von Influenza-Patientinnen oder -Patienten oder der gesunden Kontrollgruppe“. Die Studie ist im Fachmagazin „Blood Advances“ erschienen.

Corona-Infektion: Thrombosen treten bei einem Drittel der Intensivpatient:innen auf

Venöse Thromboembolien einschließlich tiefer Beinvenenthrombosen und Lungenembolien treten bei einem Drittel der Coronapatientinnen und -patienten auf Intensivstationen auf, selbst wenn vorher prophylaktisch ein gerinnungshemmendes Medikament gegeben wurde, heißt es in einer Mitteilung der JLU. Eine Infektion führe nicht nur zu einer „generalisierten Entzündung im Körper, sondern auch zu einer Überreaktion weiterer Abwehrmechanismen, darunter auch das Blutgerinnungssystem“.

Das Forschungsteam nahm bei seinen Untersuchungen die Gerinnungsparameter, insbesondere den Gerinnungsfaktor XII, die Struktur der gebildeten Thromben und die Gerinnbarkeit im Blutplasma unter die Lupe. „Wir beobachteten in Corona-Patientenplasma, dass der dort aktivierte Gerinnungsfaktor die Blutgerinnung zusätzlich anheizen und so zur gesteigerten Gerinnselbildung beitragen kann“, wird Malgorzata Wygrecka zitiert.

Thrombosen durch Corona-Infektektion können zu Komplikationen beitragen

Zudem stellten die Forschenden fest, dass die Thromben aus dem Blutplasma von Covidkranken „sehr resistent gegenüber einer Auflösung“ waren, da die Betroffenen auch erhöhte Spiegel eines Hemmstoffs in ihrem Blut aufwiesen, der diese als Fibrinolyse bezeichnete Auflösung behindert. Das spreche dafür, dass Coronathromben eine längere Lebenszeit haben und zu Komplikationen beitragen können. (Pamela Dörhöfer)

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