Gesundheit

HPV-Impfung senkt Risiko für Gebärmutterhalskrebs

  • Lukas Rogalla
    vonLukas Rogalla
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Eine Datenanalyse aus Schweden zeigt, dass eine Impfung gegen HP-Viren das Risiko für sogenannte Zervixkarzinome senkt. Der Impfstoff wirkt besser als gedacht.

  • Eine Studie liefert neue Erkenntnisse im Zusammenhang mit einer HPV-Impfung und Gebärmutterhalskrebs.
  • Forscher aus Schweden belegen die Wirksamkeit des Vakzins als Vorsorge gegen bösartige Karzinome.
  • Wichtig ist, wann die HPV-Impfung stattfindet.

Stockholm - Impfen gegen Krebs? Dass man sich mit einer Impfung gegen HP-Viren schützen kann, war bereits bekannt. Eine Infektion ist die häufigste Ursache für die Bildung von Gebärmutterhalskrebs. Eine Studie aus Schweden belegt, dass eine HPV-Impfung das Risiko für Karzinome senkt - und das erheblich. Wichtig ist, wann die Impfung stattfindet.

Studie zu Krebs: HPV-Impfung senkt das Risiko für Gebärmutterhalskrebs

Im Jahr 2012 starben nach Angaben der WHO 266.000 Frauen an den Folgen des Zervixkarzinoms, ein bösartiger Tumor des Gebärmutterhalses. 70 Prozent der Erkrankungen und 90 Prozent der Todesfälle traten in Entwicklungsländern auf. 2016 starben in Deutschland 1.562 Frauen an Gebärmutterhalskrebs, teilt das Robert-Koch-Institut mit. Als Ursache gelten einige der sogenannten humanen Papillomaviren (HPV). Wie die bekannte HPV-Impfung dem Krebs direkt vorbeugt, wurde in Schweden erforscht. Die Studie des Karolinska-Instituts in Stockholm wurde Anfang Oktober im „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht. Dafür wurden die schwedischen Gesundheits- und Bevölkerungsregister in Hinsicht auf mehr als 1,6 Millionen Mädchen und Frauen in Schweden über einen Zeitraum von elf Jahren ausgewertet. Etwa 600.000 Frauen wurden in Folge aus methodischen Gründen ausgeschlossen.

Impfen gegen Gebärmutterhalskrebs: Schützt junge Frauen vor Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs (Symbolbild).

Die Studie fand heraus: Die Impfung schützt nicht nur vor den humanen Papillomaviren, sondern auch vor Gebärmutterhalskrebs. Von 518.319 Frauen, die vor ihrem 18. Geburtstag geimpft wurden, erkrankten lediglich 19 an Gebärmutterhalskrebs, im Gegensatz zu 528.347 ungeimpften Frauen, von denen 538 erkrankten - fast dreißigmal so viel. Neu an den Erkenntnissen ist die Wirksamkeit gegen den Krebs selbst. Zuvor war lediglich bewiesen, dass die HPV-Impfung vor Zellveränderungen und damit Vorläufern von Gebärmutterhalskrebs schützt. Jetzt habe man den Nachweis dafür, dass das Vakzin „auch lebensbedrohliche Karzinome verhindert“, so Forscherin und Verfasserin der Studie Jiayao Lei.

Gebäurmutterhalskrebs: Zeitpunkt der HPV-Impfung gegen den Krebs spielt eine wichtige Rolle

Entscheidend ist bei der Impfung vor allem der Zeitpunkt. Wurden die Frauen im Alter von 17 bis 30 Jahren geimpft, sank das Risiko einer Erkrankung an Gebärmutterhalskrebs im untersuchten Zeitraum um etwa 53 Prozent. Fand die HPV-Impfung noch vor einem Alter von 17 Jahren statt, fiel das Krebs-Risiko sogar um 88 Prozent. Die Impfung wird daher im Alter von neun bis 14 Jahren empfohlen, jedoch vor dem ersten Geschlechtsverkehr.

„Mädchen, die im jungen Alter geimpft wurden, scheinen geschützter zu sein“, teilte der Mitverfasser der Studie Pär Sparén mit. „Wahrscheinlich, weil sie keiner HPV-Infektion ausgesetzt waren und HPV-Impfungen keine medizinische Wirksamkeit gegen bereits gegebene Infektionen haben.“ In Deutschland werden die Kosten der HPV-Impfung vor dem 18. Geburtstag in der Regel von den Krankenkassen übernommen. Auch Jungs wird empfohlen, sich impfen zu lassen, da HPV-Infektionen auch bei ihnen zu Krebs führen können.

Rubriklistenbild: © Mick Tsikas/dpa

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