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Methan tritt aus tauendem Permaforstboden 2000 Kilometer nordöstlich von Moskau aus.

Klimawandel

Fünf gefährliche Umweltrisiken

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Die UN-Umweltprogramm warnt in einem neuen Report vor Ökoproblemen der Zukunft

Die Vereinten Nationen warnen in einem Bericht ihres Umweltprogramms Unep vor fünf dringlichen Umweltproblemen, die ihrer Meinung nach bislang unterschätzt werden – oder zumindest nicht außerhalb von Fachkreisen debattiert.

Da wäre erstens die synthetische Biologie. Manche Biologen arbeiten daran, Ingenieure des Lebens zu werden. Sie wollen nicht Stein auf Stein setzen, sondern Protein an Protein, Gen an Gen. So kann man biologische Systeme verändern und zumindest theoretisch komplett neu schaffen. Technikoptimisten hoffen auf neue Lösungen für alle möglichen gesellschaftlichen Probleme, etwa auf bessere Medikamente oder grüne Kraftstoffe. Auch die Unep spricht von möglichen Vorteilen der synthetischen Biologie. Sie warnt aber auch vor ethischen Problemen beim Design von Leben und vor möglichen unbeabsichtigten Negativfolgen sowie Missbrauchspotenzial der Technologie – bis hin zur Herstellung von Biowaffen.

Zweitens weist die Unep auf die Zerstückelung der Natur hin. Dass die menschliche Bauwut den Lebensraum für Tiere und Pflanzen schrumpfen lässt, liegt auf der Hand. Zu wenig beachtet wird dem neuen Report zufolge aber, dass es nicht nur auf die Gesamtgröße der Fläche ankommt, die den Arten zur Verfügung steht. Oftmals sind Straßen, Dämme oder Häuser so platziert, dass sie übliche Wege von Tieren blockieren. „Eine Folge der Zerlegung natürlicher Landschaften ist, dass Säugetiere und andere Spezies nicht mal mehr halb so lange Distanzen zurücklegen, als es normal wäre“, heißt es im Report. Das wird zum Problem, wenn die Tiere nicht mehr zu Futter oder Paarungsgenossen gelangen.

Drittens warnt die Unep vor dem tauenden Permafrost. Im Norden Sibiriens, Kanadas und Alaskas, teils auch außerhalb der Arktis wie im Hochland von Tibet ist der Boden ganzjährig zum Teil mehrere hundert Meter tief gefroren.

Das Problem: Durch den Klimawandel wird es wärmer, im hohen Norden sogar deutlich schneller als im weltweiten Mittel. Das bringt das Eis im Boden zum Schmelzen. Der Permafrost gilt als sogenanntes Kippelement – als ein Teil des Erdsystems, der durch die höheren Temperaturen unwiderruflich in einen anderen Zustand fallen und dann die ganze Welt beeinflussen könnte. Im Permafrostboden sind Unmengen an Kohlendioxid gespeichert. Taut er, setzt er das Treibhausgas frei und heizt den Klimawandel noch zusätzlich an.

Viertens wollen die UN-Umweltschützer auf den Stickstoffüberschuss aufmerksam machen. Vor allem die industrielle Landwirtschaft, aber etwa auch der Verkehr lassen Stickstoff in riesigen Mengen in die Umwelt gelangen. „Die Menschheit produziert einen Cocktail an reaktivem Stickstoff, der Gesundheit, Klima und Ökosysteme bedroht“, warnt die Unep. „Trotzdem ist das Ausmaß des Problems außerhalb wissenschaftlicher Zirkel weitgehend unbekannt.“

Und fünftens mahnt die Unep an, bei der Anpassung an den Klimawandel gut zu planen. Das klingt naheliegend – in der Realität wird aber oft nicht langfristig gedacht, warnen die Experten. Als Beispiel dafür nennen sie den Deichbau in bestimmten Regionen, die künftig aller Schutzbauten zum Trotz wegen Meeresspiegelanstieg oder extremen Stürmen unbewohnbar sein werden. In solchen Fällen können neue Deiche die nötige Umsiedlung aufhalten, weil sie kurzfristig Schutz versprechen, argumentiert Unep.

„Diese Angelegenheiten sollten uns daran erinnern, dass wir langfristige Effekte riskieren, wann immer wir in die Natur eingreifen – ob auf globalem oder molekularem Niveau“, schreibt Joyce Msuya, geschäftsführende Unep-Generalsekretärin, zu dem neuen Bericht. Sie bleibt trotzdem optimistisch. „Wir können dafür Lösungen finden, die uns noch für Generationen helfen werden, wenn wir vorausschauend und zusammen handeln.“

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