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Das Sumatra-Nashorn ist die kleinste Nashornart.

Sumatra-Nashorn

Forscher entdecken Sumatra-Nashorn

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Das Sumatra-Nashorn galt im indonesischen Teil Borneos als ausgestorben. Nun haben Forscher ein weibliches Tier entdeckt, das etwa vier bis fünf Jahre alt ist. „Das ist ein Hoffnungsschimmer für den Artenschutz“, freut man sich beim WWF Deutschland.

Eigentlich galt das Sumatra-Nashorn in Kalimantan, dem indonesischen Teil Borneos, als ausgestorben, zum letzten Mal wurde es dort vor mehr als 40 Jahren gesichtet. Nun haben Forscher der Umweltorganisation WWF in der Region ein weibliches Tier entdeckt, sein Alter schätzen sie auf etwa vier bis fünf Jahre: „Das ist eine spannende Entdeckung und ein Hoffnungsschimmer für den Artenschutz“, freut sich Stefan Ziegler vom WWF Deutschland: „Im Ringen um den Erhalt der letzten naturbelassenen Wälder auf Borneo gibt uns diese Nachricht Rückenwind.“

Nashorn „Tam“ ist tot: Das letzte männliche Sumatra-Nashorn ist verendet. Somit dürfte diese Art auf Malaysia wohl aussterben.  

Das Sumatra-Nashorn zählt zu den am meisten bedrohten Tierarten überhaupt. Weltweit leben nach Schätzungen nur noch rund 100 Individuen in freier Wildbahn, erst im vergangenen Jahre war die Art in Malaysia als ausgestorben deklariert worden. Neben der Wilderei sind die Tiere durch den Verlust ihres Lebensraums bedroht: Urwald wird abgeholzt, um an seiner Stelle Plantagen mit Monokulturen zur Gewinnung von Palmöl oder Papier zu errichten oder Bergbau zu betreiben. Noch Mitte der 1980er Jahre war Borneo zu 75 Prozent bewaldet. Heute ist nicht einmal mehr die Hälfte der Insel mit Wald bedeckt. Die Tendenz sei weiter sinkend, sagt Stefan Ziegler.

Das Sumatra-Nashorn ist mit einer Schulterhöhe von 100 bis 150 Zentimetern und einem Gewicht von „nur“ 600 bis 950 Kilogramm die kleinste der fünf Nashornarten. Der größte Vertreter, das Breitmaulnashorn kann bis zu 3500 Kilogramm wiegen. Das Sumatra-Nashorn ist als einzige Nashornart mit einer Behaarung ausgestattet. Einst waren Tiere von Assam in Nordostindien über Indochina bis auf die malaiische Halbinsel und die Großen Sundainseln verbreitet. Heute ist ihr Lebensraum auf wenige kleine, isolierte Gebiete auf Borneo und Sumatra geschrumpft.

Das jetzt entdeckte Weibchen haben die WWF-Forscher zu seiner eigenen Sicherheit eingefangen. Das Tier soll vorübergehend in einem Gehege gehalten und bald in einem 150 Kilometer entfernten Schutzgebiet in die Freiheit entlassen werden.

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