„Ersatz-Produkte“ sind klimafreundlicher als Fleisch.
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„Ersatz-Produkte“ sind klimafreundlicher als Fleisch.

Ernährung

Das Fleisch der Zukunft

  • Joachim Wille
    vonJoachim Wille
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Viele „Ersatz-Produkte“ schmecken inziwischen richtig gut und gar nicht mehr wie „Ersatz“ – besser fürs Klima sind die pflanzlichen Alternativen sowieso.

Knapp 60 Kilo Fleisch isst der oder die Deutsche im Schnitt pro Jahr. Zwar geht der Konsum allmählich zurück. Doch Steaks, Bratwurst und Burger sind weiter beliebt. Beliebter, als es der Gesundheit und der Umwelt guttut. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung fordert seit langem eine Halbierung des Verbrauchs, und die internationale EAT Lancet-Kommission riet 2019 sogar zu einer Absenkung auf 15 Kilo. Erst dann sei die Ernährung weltweit gesund und nachhaltig zu sichern.

Das ist ein weiter Weg. Aber immerhin: Vegetarische Wurst, Schnitzel oder Frikadellen werden immer beliebter, in Deutschland haben sie laut Umweltbundesamt (UBA) schon einen Marktanteil von sechs Prozent. Vielen, die auf die klassische Menüstruktur – Fleisch plus Sättigungsbeilage – nicht verzichten wollen, helfen sie, die Ernährung umzustellen. Zumal viele „Ersatz-Produkte“ inzwischen richtig gut schmecken. Gar nicht mehr wie Ersatz.

„Ersatz“ hilft dem Klima

Das UBA hat jetzt untersuchen lassen, welche Rolle das „Fleisch der Zukunft“ in der Ernährung spielen könnte. Ergebnis: Schnitzel und Co. auf pflanzlicher Basis – etwa aus Soja, Weizen oder Erbsen – schneiden aus Umweltsicht am besten ab. Vor allem der Vergleich zu Rindfleisch ist frappant. Es entsteht dabei weniger als ein Zehntel der Treibhausgase. Konkret: In der Produktion eines Kilos Soja-„Fleisch“ werden 2,8 Kilo CO2 und Co. ausgestoßen, bei Rindfleisch sind es 30,5 Kilo, bei Schweinefleisch 4,1 und bei Geflügel 4,3. Zudem ist der Wasser- und Flächenverbrauch der Veggie-Alternativen geringer.

Fleischersatz auf Insektenbasis könnte übrigens auch eine Alternative sein, zeigt die Studie – falls denn das Akzeptanzproblem zu lösen ist. Der CO2-Ausstoß liegt nur knapp über dem von Sojaprodukten, der Wasser- und Landverbrauch ist ebenfalls günstig. Ob das auch für das „In-Vitro-Fleisch“ gilt, das in Nährstofflösungen aus echten Fleischzellen gezüchtet wird, ist dagegen noch offen. Es ist noch nicht am Markt verfügbar, daher seien die Umweltfolgen schwer abzuschätzen.

UBA-Chef Dirk Messner hat recht, wenn er sagt, Fleischersatz könne eine große Rolle bei der besseren Ernährung spielen. Und auch, wenn er meint: „Solange der Preis der Lebensmittel aber nicht auch die Umweltschäden widerspiegelt, wird das billige Nackensteak weiter den Vorzug vor einem Sojaschnitzel bekommen. Hier ist die Politik gefragt, Rahmenbedingungen zu verändern.“

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