Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Die Erde wird trockener.
+
Die Erde wird trockener.

ÖKO-LOGISCH

Falscher April

  • Joachim Wille
    VonJoachim Wille
    schließen

Weltweit ist es zu warm. Darüber kann auch ein kühler April nicht hinwegtäuschen.

Der April macht, was er will. Sprichwörtlich. Der April 2021 hat uns vor allem frieren lassen. Von wegen Frühjahrsgefühle. Man dachte fast, der Winter ist zurück. Minustemperaturen mit Schneefall, dann zwar kurz frühsommerliche Werte und Sonnenschein satt. Aber gleich wieder dicke Wolken, Regen und Sturm, gefolgt von kühlen Temperaturen mit Sonne, starkem Wind und trockener Luft.

Der Deutsche Wetterdienst meldete denn auch: Dieser April war einer der kältesten der vergangenen 40 Jahre. Die Temperatur lag im Schnitt rund drei Grad unter der eines „normalen“ Aprils in der aktuellen Klima-Referenzperiode von 1991 bis 2020 und immer noch 1,5 Grad unter dem April-Mittelwert in der vorangegangenen Periode 1961 bis 1990.

Weltweit war es zu warm

Ja, und der Klimawandel? Wo bleibt denn der? Natürlich gibt es Zeitgenossen, die (sich und andere) das fragen. Verständlich, wo doch wir Deutsche seit vielen Jahren sehr viel wärmere Apriltemperaturen gewöhnt sind. So fiel der April 2020 mit im Schnitt 10,4 Grad rund vier Grad wärmer aus als der diesjährige. Und 2018 war mit 12,4 Grad sogar der bislang wärmste April in Deutschland seit Beginn der Wetteraufzeichnungen ermittelt worden.

Freilich gilt hier wie immer: Wetter ist nicht gleich Klima. Es kann auch in Zeiten des Klimawandels einmal kalte Monate geben. Und dann kommt es eben nicht nur darauf an, wie die Temperatur in Deutschland ist, sondern wie es weltweit aussieht. Und dann zeigt sich: Auch dieser April passt ins Muster. Die weltweite Durchschnittstemperatur lag etwa 0,2 Grad über dem Durchschnitt der Periode 1991 bis 2020. In Europa war es zwar relativ kalt, überdurchschnittliche Temperaturen aber herrschten vor allem im Nordosten Kanadas, im Nordwesten Russlands und im Nahen Osten, wie der von der EU finanzierte „Copernicus-Klimawandeldienst“ mitteilte.

Klimawandel-Leugner können aus dem kalten deutschen April nicht wirklich Honig saugen. Beim Wetterdienst heißt es: „Dieser April ändert nichts am Trend. Seit Aufzeichnungsbeginn 1881 hat sich die Monatsmitteltemperatur im April in Deutschland um knapp zwei Grad erhöht.“ Genauso wie der Rest der Zeitgenossen aus dem Turbo-Sommer, der für dieses Mai-Wochenende angekündigt ist, nicht das Gegenteil herauslesen kann. Nochmal: Wetter ist halt nicht gleich Klima.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare