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Exoplaneten – Wissenswertes rund um die Welten außerhalb des Sonnensystems

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Von: Anna Heyers

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Mitte der 1990er Jahre wurde der erste Exoplanet entdeckt. Doch was ist das eigentlich und viel wichtiger: Was bedeutet die Entdeckung für die Menschheit?

Frankfurt - Die eigentliche Definition des Begriffs Exoplanet ist einfach: „Exo“ ist Latein und bedeutet grob übersetzt „außerhalb“. In der Astronomie ist ein extrasolarer Planet, kurz Exoplanet, also ein Planet, der sich außerhalb unseres Sonnensystems befindet.

NameExoplanet
DefinitionPlanet außerhalb unseres Sonnensystems
Anzahlmehr als 5000 in der Milchstraße bekannt

Exoplanet – fast täglich wird ein neuer entdeckt

Von diesen Exoplaneten gibt es einige. Der erste, zumindest offiziell, wurde im Jahr 1995 entdeckt. Er ist etwa 51 Lichtjahre von der Erde entfernt und trägt den Namen „51 Pegasi b“.

Ein Exoplanet umkreist einen Stern. (Künstlerische Darstellung)
Exoplaneten umkreisen Sterne, ganz ähnlich wie die Erde die Sonne (hier: künstlerische Darstellung). © NASA/ESA/STScI/Imago

Allerdings wurden auch schon in den 1980er Jahren Exoplaneten gefunden. Sie wurden jedoch als „Brauner Zwerg“ eingeordnet oder dank ungenauer Messungen wieder verworfen. Inzwischen haben Raumfahrt-Wissenschaftler:innen mehr als 5000 Exoplaneten fern unseres Sonnensystems ausgemacht.

Übrigens: Der Name Sonnensystem wird nur für unser eigenes verwendet. Eigentlich wird eine Ansammlung von Planeten samt Sonne Planetensystem genannt – und davon gibt im All unzählige. Planetensysteme können sogar mehr als eine Sonne besitzen.

Was ist der nächste Exoplanet?

Rund um den Stern Proxima Centauri kreisen gleich drei Exoplaneten. Der Planet „Proxima Centauri b“ ist mit einer Entfernung von etwa 4,2 Lichtjahren der Erde am nächsten (Stand: 2022). Berechnungen zufolge könnte auf Proxima Centauri b flüssiges Wasser existieren, was den Exoplaneten potenziell bewohnbar machen würde.

Bloßes Auge oder Teleskop – wie sieht man einen Exoplaneten?

Im Gegensatz zu Sternen, die ihre eigene Energiequelle besitzen und von innen heraus leuchten, ist ein Planet kalt. Von alleine leuchtet er nicht. Zwar strahlt er in gewissem Maße auch messbar Wärme ab, wirklich zu sehen sind Planeten aber durch das Licht der Sterne, die sie umkreisen.

Die schwierige Sichtbarkeit und die gigantischen Entfernungen machen es so gut wie unmöglich, Exoplaneten mit bloßem Auge zu erblicken. Nur speziell entwickelte, hochmoderne Teleskope können die Himmelskörper wahrnehmen – auch, wenn sie sich selbst dabei auf der Erde befinden.

Die NASA hat am 7. März das Weltraumteleskop Kepler auf seine Reise geschickt.
Das Weltraumteleskop Kepler war von 2009 bis 2018 auf er Suche nach Exoplaneten. © NASA

Bessere Aufnahmen und Chancen ergeben sich jedoch, wenn das Teleskop sich ebenfalls im All befindet. Wie zum Beispiel das Kepler-Teleskop, das jahrelang die Sonne umkreiste. Das Teleskop wurde von der Nasa speziell für die Suche nach Exoplaneten entwickelt. Sein Treibstoff reichte bis 2018, seitdem führt das Weltraumteleskop Tess die Arbeit fort.

Wie wird ein Exoplanet entdeckt?

Weltraumforscher:innen haben mehrere Methoden, um einen Exoplaneten aufzuspüren. Eine häufig verwendete ist dabei die sogenannte Transitmethode. Im Grunde wird dabei von der Erde gesehen das Licht von Sternen gemessen. Wenn sich ein Planet am Stern vorbeischiebt, verändern sich die Werte und man schaut mit einem speziellen Teleskop ganz genau hin.

Trotzdem: Einen Exoplaneten auszumachen, ist schwer. Aus diesem Grund suchen Astronom:innen bei der Nasa und Esa im Moment hauptsächlich in der Umgebung unseres Sonnensystems.

Kann ein Exoplanet eine Alternative zur Erde sein?

Nach aktuellem Forschungsstand liegt die sogenannte Grenze für Leben bei 122 Grad Celsius. In unserem System gibt es keinen anderen Planeten, der diese Bedingungen erfüllt: Auf der Venus ist es mit durchschnittlich 450 Grad Celsius viel zu heiß, auf dem Mars mit etwa -63 Grad Celsius wiederum zu kalt. Je weiter die Planeten von der Sonne entfernt sind, desto kälter wird es.

Schätzungsweise gibt es in unserer Galaxie (Milchstraße) mindestens 100 Milliarden Exoplaneten. Unter den uns Bekannten finden sich einige, auf denen Leben möglich sein könnte. Hier die top drei:

Mit dem sogenannten Earth Similarity Index (dt.: Erdähnlichkeits-Index) wird die Ähnlichkeit eines Planeten zu unserer Erde berechnet. Der Wert liegt immer zwischen 0 und 1 – je höher die Zahl, desto ähnlicher ist der Himmelskörper unserem Heimatplaneten. Zum Vergleich: In der unserem Planetensystem ist der Mars mit einem Wert von etwa 0,68 der Erde am ähnlichsten. (Anna Heyers)

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