Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Eine künstlerische Darstellung des Sternsystems GW Orionis (links) und das echte Abbild (rechts).
+
Eine künstlerische Darstellung des Sternsystems GW Orionis (links) und das echte Abbild (rechts).

Sternsystem GW Orionis

Erstaunliche Entdeckung im Weltall: Exoplanet umkreist womöglich drei Sterne

  • Lukas Rogalla
    VonLukas Rogalla
    schließen

Das Sternsystem GW Orionis weist gleich mehrere Besonderheiten auf. Astronomen könnten erstmals einen Planeten aufgespürt haben, der drei Sterne umkreist.

Kassel/Las Vegas – Normalerweise umrunden Planeten einen Stern. Seltener umrunden sie zwei Sterne. Nun verdichten sich Hinweise, dass erstmals ein Planet entdeckt wurde, der gleich drei Sterne umrundet. Das geht aus Beobachtungen im Sternsystem GW Orionis hervor, 1300 Lichtjahre von der Erde entfernt im Sternbild Orion.

Aufgrund seiner drei ringförmigen Scheiben aus Gas und Staub war GW Orionis Fachleuten bereits früher aufgefallen. Diese protoplanetaren Scheiben befinden sich nämlich nicht in einer Ebene, wie es in unserem Sonnensystem der Fall ist. Die beiden äußeren Scheiben sind gegenüber der inneren um 38 Grad gekippt. Die Aufmerksamkeit der Forscherinnen und Forscher richtet sich nun auf die Lücke zwischen den äußeren Scheiben – womöglich liegt es an einem Planeten.

Sternsystem GW Orionis: Womöglich erster Zirkumtripel-Planet entdeckt

Protoplanetare Scheiben bestehen aus Gas und Staub. Gängigen Theorien zufolge formen sich Planeten durch Zusammenstöße und Klumpenbildungen. Die Scheiben sind zumeist flach, wie in unserem Sonnensystem, wo die Planeten auf einer Ebene liegen.

Analysen aus dem vergangenen Jahr zeigen, wie verformt und zerrissen die Staubscheibe von GW Orionis ist. Es ist, als hätten die Ringe des Saturn eine große Lücke. Zunächst hatte man angenommen, dass die drei Sterne im System durch ihr Zusammenspiel für den Riss gesorgt hätten. Ein Forschungsteam um Jeremy Smallwood an der University of Nevada in Las Vegas widerspricht dem allerdings.

Ein Gasplanet, wie etwa der Jupiter, könnte diese Lücke zwischen den Scheiben gerissen haben, indem er das umliegende Material aufgesogen hat, um sich zu formen und zu wachsen. Ein solcher Planet wäre erst etwa eine Million Jahre alt, wie die Forscherinnen und Forscher um Smallwood im Fachmagazin „Monthly Notices of the Royal Astronomical Society“ schreiben. Sie hatten das Sternsystem mit Teleskopen der Europäischen Südsternwarte in Chile analysiert.

Exoplanet, der drei Sterne umkreist? „Faszinierende“ Theorie

Bewahrheitet sich die Theorie, wäre es der erste uns bekannte Planet, der um drei Sterne kreist, erklärt Smallwood. Das wäre „faszinierend“, findet der Astronom William Welsh von der University of San Diego. Eine andere Erklärung wäre, dass gravitationsbedingte Scherkräfte die Anomalie entstehen ließen. Doch „für die bei diesen protoplanetaren Scheiben beobachteten Parameter reichen die Scherkräfte des Sternsystems nicht aus, um die Gasscheibe aufzureißen“, berichtet das Forschungsteam. Den Gasplaneten selbst haben die Forscherinnen und Forscher nicht sehen können, was bedeutet, dass noch etwas Raum für Zweifel besteht.

Astronominnen und Astronomen waren schon länger auf der Suche nach einem Planeten gewesen, der drei Sterne umkreist. Im Sternsystem GG Tau-A, 450 Lichtjahre von der Erde entfernt, wurden sie scheinbar fündig. Doch mit den Lücken in den Gas- und Staubringen sei GW Orionis ein überzeugenderes Beispiel.

Alle wichtigen Astronomie-Nachrichten direkt in Ihr Mail-Postfach

Bald könnte es eine definitive Antwort auf die Frage geben, ob wirklich ein Exoplanet im System GW Orionis entdeckt wurde, der um drei Sterne kreist. Die Astronomin Alison Young von der University of Leicester sagte der New York Times, dass Beobachtungen mit dem „Alma-Teleskop“ und dem „Very Large Telescope“ in Chile geplant seien – schon in den kommenden Monaten. Auch der Exoplanet selbst könnte dann abgelichtet werden. (lrg)

Ein Nasa-Bild vom Exoplaneten GJ 1132 zeigt eine zweite Atmosphäre auf dem erdähnlichen Planeten.

Vor Kurzem machten Forscher der Nasa auf dem Mars eine sensationelle Entdeckung.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare