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Astronomie

Supererde entdeckt: Exoplanet Gliese 486b ist nah, heiß und „ein Glücksfall“

  • Tanja Banner
    VonTanja Banner
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Forschende aus Heidelberg haben mit der Super-Erde Gliese 486b einen Exoplaneten entdeckt, der gar nicht weit von der Erde entfernt ist. Forschende blicken bereits in die Zukunft.

  • Seit einigen Jahren werden zahlreiche Exoplaneten im Universum entdeckt. Doch die neu entdeckte Super-Erde Gliese 486b ist etwas ganz Besonderes.
  • Forschende hoffen, mit künftigen Teleskopen ihre Atmosphäre untersuchen zu können.
  • Astronomie-News finden Sie auf unserer Themenseite.

Heidelberg/Frankfurt – Gibt es im Universum Planeten, die der Erde ähneln? Gelegentlich finden Astronomen und Astronominnen so genannte „erdähnliche Planeten“, die wie die Erde aus Gestein bestehen und eine ähnliche Größe und Masse haben. Nun haben Forschende eine so genannte „Super-Erde“ entdeckt: Der Exoplanet, der den Namen Gliese 486b trägt, besteht aus Gestein und ist etwa 30 Prozent größer als die Erde, seine Masse beträgt das 2,8-fache unseres Heimatplaneten.

Gliese 486b befindet sich – für astronomische Verhältnisse – gar nicht so weit von der Erde entfernt: Gerade einmal 26 Lichtjahre liegen zwischen unserem Heimatplaneten und der Super-Erde. Sie umkreist den roten Zwergstern Gliese 486. Ein Forschungsteam unter der Leitung des Planetenforschers Trifon Trifonov vom Max-Planck-Institut für Astronomie (MPIA) in Heidelberg hat die neue Super-Erde entdeckt und ermittelt, dass Gliese 486b eine ähnliche Zusammensetzung hat wie zwei Gesteinsplaneten in unserem Sonnensystem: Venus und Erde. Der Exoplanet soll außerdem einen metallischen Kern haben und eine Anziehungskraft, die um 70 Prozent stärker ist als auf der Erde.

Der Exoplanet Gliese 486b ist eine Super-Erde. Forschende hoffen, in Zukunft seine Atmosphäre analysieren zu können.

Super-Erde Gliese 486b ist nur 26 Lichtjahre von der Erde entfernt

Doch die neu entdeckte Super-Erde Gliese 486b ist für die Forschenden auch aus einem anderen Grund spannend: In der Astronomie will man die Atmosphären von erdähnlichen Exoplaneten untersuchen, um mehr über sie herauszufinden. Doch das ist bei Gesteinsplaneten schwierig: Wenn sie eine Atmosphäre haben, ist es nur eine dünne Schicht, die schwer zu charakterisieren ist. Doch die Super-Erde Gliese 486b erfüllt die Voraussetzungen, um ihre Atmosphäre mit künftigen Teleskopen untersuchen zu können, wie die Forschenden herausgefunden haben. Vor allem die Entfernung von Gliese 486b zur Erde spielt dabei eine Rolle: „Die Nähe dieses Exoplaneten ist spannend, weil wir ihn mit leistungsstarken Teleskopen wie dem kommenden James Webb Space Telescope und den zukünftigen Extremely Large Telescopes genauer untersuchen können“, erklärt Trifonov, der Hauptautor der Studie, die in der Zeitschrift „Science“ veröffentlicht wurde.

So könnte es auf der neu entdeckten Super-Erde Gliese 486b aussehen: Es ist trocken und heiß (430 Grad Celsius), die Oberfläche wird von Lavaströmen überzogen. (Künstlerische Darstellung)

Exoplanet entdeckt: Super-Erde Gliese 486b dürfte sehr heiß sein

Die Super-Erde Gliese 486b könnte auf ihrer Oberfläche eher der Venus ähneln als der Erde, vermuten die Forschenden: Die Strahlung des Sterns Gliese 486 ist so intensiv, dass die Oberfläche eine Temperatur von mindestens 430 Grad Celsius haben dürfte. Zwar kann die Einstrahlung eines Sterns dazu führen, dass die Atmosphäre eines Planeten verdampft – allerdings trägt die Schwerkraft des Planeten dazu bei, dass sie erhalten bleibt. „Die Entdeckung von Gliese 486b war ein Glücksfall“, betont der Mitautor der Studie, José A. Caballero . „Hundert Grad heißer und die gesamte Oberfläche des Planeten wäre Lava. Seine Atmosphäre würde aus verdampftem Gestein bestehen.“ Wäre der Exoplanet dagegen hundert Grad kälter, „wäre er für Folgebeobachtungen ungeeignet gewesen“, ergänzt Caballero.

Exoplanet Gliese 486b
Größe:30 % größer als die Erde
Masse:2,8-fache Masse der Erde
Entfernung zur Erde:26 Lichtjahre
Stern:Gliese 486 (roter Zwergstern)
Dauer einer Umrundung des Sterns:1,5 Tage
Oberflächentemperatur:430 Grad Celsius

Mit dem „James Webb Space Telescope“ (JWST), einem Weltraumteleskop, das nach derzeitigem Stand im Herbst 2021 ins All starten soll und dem „Extremely Large Telescope“, das derzeit in der chilenischen Atacama-Wüste gebaut wird, könnte die Atmosphäre der Super-Erde Gliese 486b künftig genauer untersucht werden. „Wir können es kaum erwarten, bis die neuen Teleskope zur Verfügung stehen“, betont Trifonov. „Die Ergebnisse werden uns dabei helfen zu verstehen, wie gut Gesteinsplaneten ihre Atmosphären halten können, woraus sie bestehen und wie sie die Energieverteilung auf den Planeten beeinflussen.“ (Tanja Banner)

Rubriklistenbild: © Science Photo Library via www.imago-images.de

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