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Der ExoMars-Rover „Rosalind Franklin“ soll im März 2021 auf dem Mars landen.

ExoMars-Mission

Europäische Mars-Mission „ExoMars“ hat Probleme mit den Fallschirmen

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Die europäische Mars-Mission „ExoMars“ soll 2020 zum roten Planeten aufbrechen. Doch nun gibt es Probleme mit den Fallschirmen - das könnte die Mission ausbremsen.

Eigentlich sollte der europäische Mars-Rover „Rosalind Franklin“ im Rahmen der Mission „ExoMars“ bereits 2018 zum roten Planeten aufbrechen. Doch Probleme mit dem russischen Landemodul erzwangen eine Verschiebung des Starts um zwei Jahre. Nun peilt die europäische Raumfahrtorganisation Esa einen Termin im Juli oder August 2020 für den Start der Mission an. Am 25. Juli 2020 öffnet sich für drei Wochen ein Startfenster zum roten Planeten - verpasst man es, dauert es bis September 2022, bis die Bedingungen für einen Start zum Mars wieder günstig sind.

Das Verpassen des Startfensters droht offenbar gerade dem Rover „Rosalind Franklin“. Im Mai zerrissen bei einem Test die beiden Hauptfallschirme, die den Rover bei der Landung auf dem Mars abbremsen sollen. Die Sondenattrappe schlug hart auf dem Boden auf. In der vergangenen Woche ist erneut ein Test der Fallschirme fehlgeschlagen. Ein Modell des Landers wurde mit Hilfe eines Stratosphärenballons auf eine Höhe von rund 30 Kilometer gebracht und dort fallen gelassen. Der größere Fallschirm, der bei diesem Test im Fokus stand, ist jedoch wieder gerissen.

Mars-Landung: Rover „Rosalind Franklin“ soll mit Fallschirmen gebremst werden

In einer Mitteilung bestätigte die Esa das Scheitern des Höhentests. Man werde nun „sämtliche Hardware, Videos und aufgezeichnete Telemetriegeräte“ auswerten, um die „Grundursache der Anomalie“ zu ermitteln. „Es ist enttäuschend, dass die präventiven Konstruktionsanpassungen, die nach den Anomalien des letzten Tests vorgenommen wurden, uns nicht geholfen haben, den zweiten Test erfolgreich zu bestehen“, sagte der ExoMars-Teamleiter, Francois Spoto. Sein Team arbeite jetzt daran, den Fehler zu verstehen und zu korrigieren, „um im nächsten Jahr an den Start zu gehen“.

Noch in diesem Jahr ist nach Angaben der Esa ein weiterer Höhenflugtest für den ersten Fallschirm vorgesehen, der zweite Fallschirm soll Anfang 2020 noch einmal getestet werden. Außerdem untersucht das „ExoMars“-Team derzeit, ob weitere Fallschirm-Testmodelle hergestellt und bodenbasierte Simulationen durchgeführt werden können.

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Eine Landung auf dem Mars ist schwierig

Die Fallschirme der ExoMars-Mission.

Insgesamt sollen vier Fallschirme den Lander abbremsen: Ein erster Pilotfallschirm zieht einen 15 Meter großen Landefallschirm heraus, der die Sonde abbremsen soll. Dann wird der Fallschirm abgeworfen und ein zweiter Pilotfallschirm öffnet sich - der wiederum den 35 Meter großen Hauptfallschirm herausziehen soll.

„Es ist sehr schwierig, zum Mars zu gelangen und insbesondere auf dem Mars zu landen“, betont Spoto. Insgesamt dauert die Landung vom Eintritt in die Mars-Atmosphäre bis zur Landung nur sechs Minuten. Der 35 Meter große Fallschirm ist nach Angaben der Esa der größte Fallschirm, der jemals auf einer Marsmission eingesetzt werden wird.

Rover soll im März 2021 auf dem Mars landen

Sollten die Fallschirme rechtzeitig funktionieren, werden der Rover und die Landeplattform, die die russische Raumfahrtorganisation Roscosmos beisteuert, in das Abstiegsmodul gepackt und nach Baikonur transportiert. Dort soll die Mission zwischen dem 25. Juli und 13. August 2020 starten und im März 2021 auf dem Mars landen. Der Rover „Rosalind Franklin“ soll die Marsoberfläche erkunden und nach geologisch interessanten Stellen suchen. Durch Bohrungen soll der Rover feststellen, ob es jemals Leben auf dem Mars gab.

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Unterstützt wird „Rosalind Franklin“ durch den „Trace Gas Orbiter“ (TGO) der Esa, der den Mars seit 2016 umkreist. Damals war im ersten Teil der „ExoMars“-Mission der Orbiter und ein Lander namens „Schiaparelli“ zum roten Planeten geschickt worden. Während TGO den Mars erfolgreich umkreist und dort nach Spuren von Methan sucht, ist „Schiaparelli“ abgestürzt. Der „Trace Gas Orbiter“ wird dagegen als Relais für den Rover „Rosalind Franklin“ dienen und dessen Kommunikation zur Erde übertragen.

Gelingt der Start im Jahr 2020, wird „Rosalind Franklin“ im März 2021 auf dem Mars landen. Zur gleichen Zeit soll auch der Nasa-Rover „Mars 2020“ auf dem roten Planeten landen. Er soll ebenfalls das Startfenster im Juli/August 2020 nutzen und im März 2021 landen. Derzeit befindet sich der Nasa-Rover „Curiosity“ auf dem roten Planeten. Auch „InSight“, ein Lander mit europäischer Beteiligung, ist derzeit auf dem Mars aktiv.

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