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Drogen, Waffen, Geld

Europol: Hunderte Festnahmen nach weltweiten Razzien mit genialem Telefon-Trick

  • vonDavid Suárez Caspar
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Über 18 Monate überwachte ein internationales Ermittlungsteam der Europol Nachrichten von Kriminellen. Nun wurden Hunderte Verdächtige festgenommen.

Den Haag - Bei einem Großeinsatz gegen das organisierte Verbrechen hat ein internationales Ermittlungsteam über 800 Verdächtige in 16 Ländern - darunter auch Deutschland - festgenommen. Um dies zu ermöglichen, wurden Verbrecherbanden bis zu 18 Monate lang abgehört. Der Einsatz sei einer der bislang größten Polizei-Operationen, wie Europol am Dienstag (08.06.2021) mitteilt.

Die Verbrecherorganisationen waren in mehr als 100 Ländern aktiv, wie Europol mitteilte. Bei der weltweiten Aktion wurden allein in Deutschland über 150 Wohnungen, Lagerhallen und Geschäftsräume durchsucht. Das teilte das Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden mit. Es habe in Deutschland mehr als 70 Festnahmen gegeben, mehr als 60 davon in Hessen. Das Ermittlungsteam sei gegen die italienische Mafia, Motorrad­gangs und internationale Drogen­schmuggler­ringe vorgegangen, teilte Europol mit. Dabei sollen etwa 300 Syndikate im Fokus der Ermittlungen gewesen sein.

Beteiligte Parteien im internationalen Großeinsatz der Europol:

  • Australien
  • Deutschland
  • Dänemark
  • Estland
  • Finnland
  • Kanada
  • Litauen
  • Neuseeland
  • Niederlande
  • Norwegen
  • Österreich
  • Schweden
  • Ungarn
  • USA
  • Vereinigtes Königreich
Einsatzkräfte stehen bei einem großangelegten Einsatz gegen die Rauschgiftkriminalität vor einem Bürogebäude in Essen. Internationale Ermittler haben nach Angaben von Europol bei einem Einsatz gegen das Organisierte Verbrechen mehr als 800 Verdächtige in über 100 Ländern festgenommen.

Europol: FBI entwickelt Plattform, um Kriminelle heimlich abzuhören

Das ist die Bilanz der vergangenen Tage: Das Ermittlungsteam durchsuchte 700 Häuser und machten mehr als 800 Festnahmen. Darüber hinaus stellten sie über acht Tonnen Kokain, 22 Tonnen Cannabis, zwei Tonnen synthetische Drogen, sechs Tonnen Stoffe zur Drogenherstellung, 250 Waffen, 55 Luxusautos und Geld in verschiedenen Währungen und Kryptowährungen im Wert von 48 Millionen US-Dollar sicher.

Über 18 Monate lang wurden laut Europol Telefongespräche und andere Kommunikation der Banden abgehört. Dafür entwickelten die Behörden die Plattform und App An0m. Sie basiert auf Kryptotechnologie und erfreute sich dank mancher einflussreicher „krimineller Influencer“ bald größerer Beliebtheit in kriminellen Kreisen. Das berichtete die australische Polizei. Insgesamt seien mehr als 27 Millionen Nachrichten gefiltert worden.

Dafür wurden heimlich präparierte Telefone in die mehr als 300 Verbrecherbanden eingeschleust. Die angeblich verschlüsselten Telefone waren mit einem vom FBI eingerichteten Telekommunikationsnetzwerk verbunden. So konnte die Ermittlung die Kriminellen überlisten: „Die App An0m wurde auf Mobiltelefonen installiert, denen andere Funktionen entzogen wurden. Die auf dem Schwarzmarkt gekauften Geräte konnten weder telefonieren noch E-Mails versenden. Es konnten nur Nachrichten an ein anderes Gerät gesendet werden, das über die App für organisierte Kriminalität verfügte. Kriminelle mussten einen Kriminellen kennen, um an ein Gerät zu kommen“, teilte die australische Polizei mit. Dadurch hätten sich die Geräte verbreitet und seien dank der hochrangigen Kriminellen, die für ihre Integrität bürgte, immer beliebter geworden.

Europol: Hessen war Schwerpunkt der Razzien in Deutschland

„Dies war einer der größten und ausgeklügeltesten Einsätze überhaupt“, erklärte der stellvertretende Europol-Direktor Jean-Philippe Lecouffe in Den Haag. Das FBI, die US-Strafverfolgungsbehörde DEA, die Polizei der Niederlande und von Schweden leiteten die Operation „Trojan Shield“ (trojanischer Schild). Europol koordinierte das Projekt.

Die Beschuldigten in Deutschland stehen nach Angaben der Ermittelnden im Verdacht, mit Betäubungsmitteln und Waffen gehandelt zu haben. Hessen war als Schwerpunkt der Razzien in Deutschland mit rund 1500 Einsatzkräfte beteiligt. 120 Kilogramm Marihuana, 25 Kilogramm Haschisch und drei Kilogramm Heroin wurden von der Polizei sichergestellt. Dazu kamen zahlreiche Waffen, über 30 hochwertige Fahrzeuge und Bargeld in Höhe von 250.000 Euro. (David Suárez Caspar)

Rubriklistenbild: © Stephan Witte/dpa

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