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Wie viel Essen als Abfall endet, erfassen die meisten Länder bisher uneinheitlich oder gleich gar nicht.
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Wie viel Essen als Abfall endet, erfassen die meisten Länder bisher uneinheitlich oder gleich gar nicht.

ÖKO-LOGISCH

Essen in der Tonne

  • Joachim Wille
    vonJoachim Wille
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Auf jeden Deutschen kommen pro Jahr rund 75 Kilogramm verschwendete Lebensmittel.

Essen wirft man nicht weg. Egal, ob das Pausenbrot mit Leberwurst, die Reste vom Mittagessen gestern, die halb verschrumpelten Möhren aus dem Gemüsefach im Kühlschrank. Das lernte man früher. Strikt dran gehalten hat sich schon damals niemand. Aber inzwischen ist die Scheu, Nahrungsmittel wegzuwerfen, offenbar stark gesunken. Auf jeden Deutschen kommen pro Jahr rund 75 Kilogramm verschwendete Lebensmittel – pro Woche landen also mehr als fast 1,5 Kilo im Müll oder, bestenfalls, auf dem Kompost.

Es handelt sich natürlich nicht nur um ein deutsches, sondern um ein um ein weltweites Phänomen. Die Zahlen entstammen einem neuen Report des UN-Umweltprogramms Unep, der zeigt, dass global etwa ein Sechstel der produzierten Lebensmittel weggeworfen wird. Deutschland liegt mit seinen 75 Kilo pro Kopf ziemlich genau im Durchschnitt, der laut Unep-Angaben 74 Kilo beträgt. Die Verschwendung geht vor allem auf das Konto die Privathaushalte, was die Expert:innen überrascht hat. Die Haushalte sind laut für 60 Prozent der Verluste verantwortlich, Gastronomie und Einzelhandel mit 25 beziehungsweise 15 für den Rest.

Ein Drittel geht verloren

Immerhin gibt es mit dem Report erstmals eine einigermaßen belastbare Schätzung zu dem Problem. Denn wie viel Essen als Abfall endet, erfassen die meisten Länder bisher uneinheitlich oder gleich gar nicht. Der von Unep und einer Partnerorganisation nun entwickelte „Food Waste Index“ (FWI) soll ihnen helfen, die Situation besser zu erfassen und Gegenstrategien zu entwickeln. Für das Problem der Verluste bei der Ernte oder in der Lieferkette bis zum Einzelhandel gibt es seit 2018 bereits einen solchen Indikator, den „Food Loss Index“ (FLI).

Beide Indizes zusammen machen deutlich, wie ineffizient das gesamte Agrar- und Ernährungssystem ist - denn insgesamt, vom Acker bis zum Teller, geht global rund ein Drittel aller mit großem Aufwand erzeugten Nahrungsmittel verloren. Bessere Strategien gegen Verlust und Verschwendung werden tatsächlich dringend gebraucht. Zwei unschlagbare Argumente: Man kann erstens den Hunger damit bekämpfen, unter dem fast jeder zehnte Mensch weltweit leidet. Und zweitens den Klimaschutz voranbringen. Fast ein Zehntel des globalen Treibhausgas-Ausstoßes sind auf die verlorenen Lebensmittel zurückzuführen.

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