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Europäer wollen mehr über den Weltraum wissen

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Eine Umfrage im Auftrag der Esa zeigt: Viele Bürger sind sehr interessiert, aber wenig informiert.

Die meisten Europäer interessieren sich sehr für das Thema Weltraum und finden Forschung in diesem Bereich wichtig. 90 Prozent schätzen entsprechende Aktivitäten als positiv ein. Allerdings fühlen sich nur die wenigsten gut informiert. Das hat eine Umfrage von „Harris Interactive“ im Auftrag der europäischen Weltraumorganisation Esa ergeben. Daran teilgenommen haben 5000 Frauen und Männer ab 18 Jahren aus den fünf bevölkerungsreichsten Ländern Europas: Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Spanien und Italien.

Nahezu einstimmig benannten sie drei große Bereiche, in denen ihrer Ansicht nach die Forschung im Weltraum der Menschheit zugute kommt: So verhelfe sie uns zu einem besseren Verständnis des Universums, ermögliche uns die Beobachtung der Erde aus dem All, veranschauliche aus dieser Perspektive beispielsweise die Auswirkungen des Klimawandels und erleichtere den Menschen das Leben, etwa über Navigationssatelliten im Orbit.

Viele der Befragten gaben zudem an, dass der Schutz vor Bedrohungen aus dem Weltall Priorität haben sollte. Gefahren für die Erde könnten unter anderem Sonnenstürme oder auch Asteroiden auf Kollisionskurs darstellen. Die Verantwortlichen der Esa haben zum Thema Weltraumsicherheit ein Programm entwickelt, das der Ministerratskonferenz vorgelegt werden soll. Im November treffen sich die zuständigen Minister der 22 Esa-Mitgliedsstaaten, um über die Finanzierung verschiedener Projekte zu entscheiden.

Nur wenige wissen, was die Esa tut

„Enttäuscht“ zeigte man sich bei der Esa allerdings darüber, dass sich nur vier von zehn Europäern gut über die Aktivitäten ihrer Weltraumorganisation informiert fühlen. Viele der Befragten haben zwar von dem Programm gehört, gaben aber an, dass ihnen nicht wirklich klar sei, um was es dabei konkret geht. Auch die Esa selbst kannten zwar 83 Prozent, jedoch wussten nur 37 Prozent, was sie eigentlich ist. Trotz dieser Unkenntnis hatten viele aber übersteigerte Vorstellungen von den Kosten für ihre Länder. Nur wenige lagen mit ihrer Schätzung richtig. Im Schnitt gingen die Befragten davon aus, dass jeder Bürger jährlich 245 Euro für die Raumfahrt zahlt – das ist mehr als das Zwanzigfache, teilt die Esa mit. Tatsächlich koste die Raumfahrt in Europa jeden Bürger rund zehn Euro im Jahr.

Auch wenn die Esa in den vergangen Jahren viele große Missionen realisiert und auf den Weg gebracht hat, so schätzen die meisten Europäer doch immer noch die USA und Russland als die „Supermächte“ im All ein – wie einst in den 1960er-Jahren beim Wettlauf zum Mond. Als Hauptkonkurrenten sehen sie allerdings Europa an, nicht die Chinesen, die kürzlich mit der Landung einer Sonde auf der Rückseite des Mondes Furore gemacht haben. Wichtig finden die Befragten, dass im Weltraum die europäischen Kräfte gebündelt werden – auch 85 Prozent der Briten gaben das an, dem Brexit zum Trotz.

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