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2011 brachen Proteste gegen das Assad-Regime aus, das die Rebellion mit großer Brutalität niederschlug.

Öko-logisch

Erst Dürre, dann Krieg

  • Joachim Wille
    vonJoachim Wille
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Verheerende Wetterextreme könnten mancherorts der Funke sein, der schwelende Konflikte aufflammen lässt. Die Kolumne „Öko-logisch“.

Syrien ist das bekannteste Beispiel. Nach Wetterextremen wie Dürren oder Überflutungen steigt in gefährdeten Ländern das Risiko für gewalttätige Zusammenstöße und Kriege. In Syrien herrschte bis 2011 die längste Dürre seit 900 Jahren, rund 800 000 Bauern verloren ihren Lebensunterhalt und drei Millionen Menschen rutschten in die Armut ab. Sie wanderten vom schon lange vernachlässigten Land in die bereits überbevölkerten Städte ab. Es brachen Proteste gegen das Assad-Regime aus, das die Rebellion mit großer Brutalität niederschlug. Damit begann der bis heute andauernde Krieg.

Den Zusammenhang von Klimadesastern und dem Risiko für bewaffnete Konflikte hat ein internationales Wissenschaftlerteam in einer neuen Studie untersucht. Das Ergebnis: Gefährdet sind danach vor allem Länder mit einer großen Bevölkerung, politischer Ausgrenzung bestimmter ethnischer Gruppen und einem niedrigen Entwicklungsstand. Das Problem ist aus früheren Studien bekannt. Doch die jetzt erhobenen Zahlen zeigen die Dramatik: Bei fast einem Drittel aller Konflikte, die im vergangenen Jahrzehnt in gefährdeten Ländern ausgebrochen sind, hat laut der neuen Untersuchung zuvor innerhalb von sieben Tagen ein klimabedingtes Unglück stattgefunden.

Wetterextreme als Auslöser

Mali ist ein weiteres solches Beispiel. Hier kam es 2009 zu einer schweren Dürre, in deren Folge das Al-Kaida-Terrornetzwerk die daraus resultierende Staatsschwäche und die Verzweiflung der Bevölkerung vor Ort ausnutzte, um Kämpfer zu rekrutieren und ihr Einsatzgebiet auszuweiten. Die bei weitem meisten Fälle mit einer Verbindung von verheerenden Wetterextremen und gewaltsamen Konflikten aber gab es in Indien. Des Weiteren nennen die Forscher China, die Philippinen, Nigeria und die Türkei.

Die Experten stellen aber eines klar: Es ist nicht so, dass verheerende Wetterextreme generell Konflikte verursachen. Letztlich seien die Konflikte menschengemacht.

Nur eben: „Verheerende Wetterextreme könnten mancherorts der Funke sein, der schwelende Konflikte aufflammen lässt“, so Jonathan Donges vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, Co-Autor der im Fachmagazin „Global Environmental Change“ veröffentlichten Studie. Keine beruhigende Erkenntnis; denn solche Extreme werden wegen der steigenden CO2-Mengen in der Atmosphäre zunehmen. (Joachim Wille)

Meere sind zur Kunststoff-Deponie geworden, und die Corona-Pandemie verschärft das Problem in vielen Ländern noch. Doch es ist lösbar - sogar innerhalb einer Generation.

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