Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

„Plastikkontinente“ entstehen in den Meeren.
+
„Plastikkontinente“ entstehen in den Meeren.

Öko-Logisch

Erdöl in der Nahrungskette

  • Joachim Wille
    vonJoachim Wille
    schließen

Wahre „Plastikkontinente“ sind in den Weltmeeren entstanden. Auch in den tiefsten Tiefen finden sich Reste – sogar 8255 Meter unter der Wasseroberfläche.

Rund 400 Millionen Tonnen Plastik produziert die Menschheit – und das jedes Jahr. Bis zu acht Prozent der globalen Erdöl- und Erdgas-Produktion werden hierfür verbraucht. Und allzu oft fließen die Rohstoffe in Ex- und Hopp-Produkte, die schnell zu Müll werden. Kunststoff-Abfälle finden sich an Straßenrändern, in Wäldern, in Flüssen. Ja, wahre „Plastikkontinente“ sind in den Weltmeeren entstanden, der größte davon im Pazifik.

Doch die Lage ist noch dramatischer. Länger ist bekannt, dass Mikroplastik sich fast überall auf der Welt verteilt. Doch nun zeigen neue Forschungen: Auch in den tiefsten Tiefen der Ozeane finden sich Plastikreste – sogar 8255 Meter unter der Wasseroberfläche.

Ermittelt haben dies Forscherinnen vom Senckenberg Forschungsinstitut in Frankfurt zusammen mit Kollegen des Alfred-Wegener-Instituts und des Johann Heinrich von Thünen-Instituts. Sie untersuchten Sedimentproben aus dem Kurilen-Kamtschatka-Graben auf Mikroplastik – das ist ein Tiefseegraben im nordwestlichen Teil des Pazifischen Ozeans. Laut ihrer Studie fanden sich in einem Kilogramm Sediment zwischen 14 und 209 Mikroplastik-Teilchen.

Mikroplastik in der Tiefsee

Alle Sedimente enthielten Polypropylen – ein Standardkunststoff, der häufig für Verpackungen verwendet wird. In 75 Prozent der Proben wurde zudem Polyethylen und in rund 63 Prozent Polyester gefunden. Insgesamt 15 Plastiksorten waren es insgesamt. Und ausgerechnet an einer der am tiefsten gelegenen Beprobungsstationen war die Zahl am höchsten. Naheliegende Schlussfolgerung: „Diese Gräben sind richtige Plastik-Fallen.“ Denn die Partikel werden dort quasi festgehalten.

Damit könnte ein Rätsel gelöst sein – wo nämlich jene Plastikmüll-Mengen zu suchen sind, deren Verbleib in den bisherigen Kalkulationen bisher ungelöst ist. Nämlich in den Gräben am Ozeanboden.

Das Fatale dabei: Wirklich weg sind sie dadurch nicht. Denn wie Senckenberg-Professorin Angelika Brandt erläutert: „Mikroplastik in der Tiefsee bedeutet auch, dass die Basis der Nahrungskette betroffen ist, da viele wirbellose Tiere Sediment inklusive der Mikroplastikpartikel fressen. Kommende Generationen werden daher leider noch lange mit den Spuren der heutigen Umweltverschmutzung konfrontiert sein.“ Auf ihrem Teller, wenn sie Fisch essen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare