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Der Eisschild in Grönland könnte komplett schmelzen.
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Der Eisschild in Grönland könnte komplett schmelzen.

ÖKO-LOGISCH

Warnsignal aus Grönland

  • Joachim Wille
    VonJoachim Wille
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Der Eisschild in Grönland schmilzt. Das könnte tragische Folgen haben.

Es ist einer der Kipppunkte des Klimasystems: Schmilzt der grönländische Eisschild komplett ab, könnte das zu einem Meeresspiegelanstieg von mehr als sieben Metern führen. Viele der küstennahen Megastädte wie New York, London und Shanghai würden unbewohnbar. Und es droht ein Zusammenbruch des Golfstroms, also von Europas „Zentralheizung“, die für das relativ milde Klima auf unserem Kontinent verantwortlich ist.

Zwar würde es Jahrhunderte oder gar Jahrtausende dauern, bis die gigantischen Eismassen, die auf Grönland sitzen, komplett abgeschmolzen sind. Trotzdem keine schöne Vorstellung. Denn: Ist das Schmelzen des bis zu drei Kilometer dicken Eispakets einmal richtig in Gang gekommen, lässt es sich auch nicht mehr aufhalten. Umso bedenklicher ist die Nachricht, dass die Wissenschaft neue Frühwarnsignale entdeckt hat, die darauf hinweisen, dass der zentral-westliche Teil des Eisschildes schon relativ bald einen kritischen Übergang durchlaufen könnte.

Das Eis schmilzt

Eine neue Studie eines Forschungsteams aus Deutschland und Norwegen zeigt: Die Destabilisierung hat aufgrund steigender Temperaturen schon begonnen, und der Prozess des Abschmelzens könnte bereits bei begrenzter weiterer Erwärmung eskalieren. „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass es in der Zukunft zu einem deutlich verstärkten Abschmelzen kommen wird“, sagt Niklas Boers vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Das sei „sehr besorgniserregend“.

Für ihre Analyse zogen Boers und Co-Autor Martin Rypdal von der Arctic University of Norway Temperaturen von Wetterstationen, Schmelzintensitäten aus Eisbohrkernen in Zentralwestgrönland sowie entsprechende Computermodell-Simulationen heran – und fanden in den Schwankungen der Eisschild-Höhen die Frühwarnzeichen. Zumindest der untersuchte Teil des grönländischen Eisschildes nähert sich danach offenbar der kritischen Temperaturschwelle.

Wie sich dies auf den Eisschild als Ganzes auswirkt, ist für die Fachleute noch nicht klar: Als sicher gilt jedoch, dass der aktuelle und der in naher Zukunft zu erwartende Massenverlust des Eises weitgehend irreversibel ist. Experte Boers zieht folgende Lehre daraus: „Es ist höchste Zeit, dass wir die Treibhausgas-Emissionen schnell und deutlich reduzieren und das Eisschild und unser Klima wieder stabilisieren.“

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