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Der Saturnmond Enceladus (vorne) vor den Ringen des Saturn, fotografiert von der Nasa-Sonde Cassini.
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Der Saturnmond Enceladus (vorne) vor den Ringen des Saturn, fotografiert von der Nasa-Sonde Cassini.

Sonnensystem

Saturnmond Enceladus: Gibt es Leben unter dem Eis?

  • Tanja Banner
    VonTanja Banner
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Der Saturnmond Enceladus gilt als möglicher Ort für Leben. Nun haben Forschende berechnet, wie wahrscheinlich es ist, dass unter der Eisschicht Mikroben leben.

Paris/Frankfurt – Der Saturnmond Enceladus ist eine Eiswelt – er hat die hellste Oberfläche im Sonnensystem und wirkt auf den ersten Blick nicht sehr lebensfreundlich. Doch unter dieser Oberfläche gibt es Dinge, die ihn zu einem der vielversprechendsten Himmelskörper in unserem Sonnensystem machen, wenn es um die Suche nach außerirdischem Leben geht.

Unter der Eisschicht gibt es Ozeane und vermutlich auch heiße Quellen. In einer Region nahe dem Südpol stößt der Saturnmond Dampf- und Eiswolken aus, durch die die Nasa-Raumsonde „Cassini“ 2008 hindurchflog und sie mit mehreren Instrumenten analysierte. Die Messergebnisse zeigten Gase wie Wasserstoff und Methan, aber auch organische Materialien. Die Schwaden aus Dampf und Eis deuten auf hydrothermale Quellen im Innern von Enceladus hin, ist sich die Forschung sicher. Auf der Erde findet man in diesen heißen Quellen Mikroorganismen, die Hitze mögen und ohne Sauerstoff auskommen. Aus diesem Grund ist der Saturnmond Enceladus für die Forschung ein spannendes Objekt. Forschende fragen sich: Gibt es in den Hydrothermalquellen auf dem Saturnmond möglicherweise auch Leben?

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Saturnmond Enceladus: Gibt es unter der Eisschicht Leben?

Der Fund von Methan in den Dampf- und Eiswolken des Enceladus ist für die Forschung noch ein weiteres Zeichen dafür, dass es Mikroorganismen unter der Oberfläche des Mondes geben könnte. Die winzigen Lebewesen, die auf der Erde rund um die hydrothermalen Quellen leben, „atmen“ statt Sauerstoff Wasserstoff und Kohlendioxid – heraus kommt dabei Methan. Der kann allerdings auch ohne das Zutun von Organismen entstehen und ist kein eindeutiges Zeichen für Leben auf dem Saturnmond. Auch auf dem Mars hat man bereits mehrfach Methan aufgespürt, auf Zeichen von Leben gehofft und ist doch nicht fündig geworden.

Mit diesem Dilemma hat sich ein Forschungsteam um Antonin Affholder von der Université Paris Sciences et Lettres beschäftigt. Ihre Analyse ist im Fachjournal „Nature Astronomy“ veröffentlicht worden. Die Forschenden nutzten einen komplexen statistischen Ansatz, um herauszufinden, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass das gemessene Methan durch Methanogenese entsteht – also durch die Verstoffwechselung durch Organismen.

Enceladussechstgrößter Mond des Saturn
Radius252,1 Kilometer
Durchmesseretwa 500 Kilometer
Entdeckung1789
minimale Temperatur−240,3 °C
mittlere Temperatur−198 °C
maximale Temperatur−128 °C

Forschende analysieren Wahrscheinlichkeit von Leben auf Saturnmond Enceladus

„Die beobachtete Menge an Methan lässt sich nicht allein durch nichtbiologische Veränderungen des felsigen Untergrunds erklären“, schreiben die Forschenden in ihrer Analyse. Das entdeckte Methan wäre laut der Analyse vereinbar mit der Hypothese, dass methanogene Lebensformen auf Enceladus leben könnten, so die Forschenden weiter. Wenn die Wahrscheinlichkeit, dass überhaupt Leben auf Enceladus entstehen kann, hoch genug ist, ist das Szenario, dass Lebewesen das Methan produzieren, am wahrscheinlichsten, berichten die Forschenden weiter.

Sei die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung von Leben auf dem Saturnmond jedoch gering, könnte es sich um bisher unbekannte Methanquellen handeln, die „darauf warten, von zukünftigen Missionen entdeckt zu werden“, heißt es in der Veröffentlichung.

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Gibt es nun also Leben auf Enceladus? Die Forschenden um Affholder können es nach ihrer Analyse nicht ausschließen, aber mit den bisher bekannten Daten von Enceladus auch nicht eindeutig beweisen. Der Saturnmond Enceladusbleibt also weiter ein für die Forschung äußerst faszinierender Himmelskörper, auf dem in Zukunft Leben entdeckt werden könnte – aber nicht muss. (Tanja Banner)

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