Diagnose

Die EM-Diät

Millionen Menschen verfolgen seit Tagen vor den Fernseh-Geräten die Fußball-Europameisterschaft. Und während die Fußball-Spieler auf dem Rasen harte Arbeit leisten, lernen Millionen Fans die negative Seite des passiven Sports kennen. Von Professor Hademar Bankhofer

Von Professor Hademar Bankhofer

Millionen Menschen verfolgen seit Tagen vor den Fernseh-Geräten die Fußball-Europameisterschaft. Und während die Fußball-Spieler auf dem Rasen harte Arbeit leisten, lernen Millionen Fans die negative Seite des passiven Sports kennen. Am Institut für Sozialmedizin an der Universität Wien hat man errechnet: Wenn jemand während der Europameisterschaft alle 31 Fußballspiele vor dem Fernsehapparat miterlebt, dabei jedesmal eine Flasche Bier trinkt und eine kleine Packung Chips knabbert, dann hat er am Ende der Europa-Meisterschaft gute fünf Kilo mehr auf der Waage. Damit das nicht passiert, müssen wir einiges tun.

Essen Sie am frühen Abend beim Fernsehen Obst: einen süßen Apfel, Trauben, Bananen, Orangen, Grapefruits. Damit tanken Sie Vitamine, Mineralstoffe, aber auch Ballaststoffe.

Es ist gesund, wenn wir rohes Gemüse knabbern: In Streifen geschnittene Paprikaschoten, Tomaten, Radieschen, Gurkenscheiben. Sie können das Gemüse in Mager-Joghurt tauchen.

Kauen Sie trockenes, saftiges Vollkornbrot ohne etwas drauf. Das fördert die Verdauung, macht nicht dick. Und Sie entdecken plötzlich wieder, wie gut Brot schmecken kann.

Anstelle fetter Chips knabbern Sie Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne oder Sesamsamen-Kerne. Sie liefern Eisen und Magnesium, sind gut gegen Aufregung bei einem EM-Match, bei dem nicht alles so läuft, wie man es gern hätte.

Knabbern Sie - der Kalorien wegen aber bitte in Maßen - Walnüsse und Haselnüsse. Sie sind Gehirnnahrung, machen geistig fit. Man ermüdet vor dem TV-Gerät nicht so schnell. Man hält auf diese Weise auch ein langweiliges Fußballspiel durch.

Wenn Sie es gern süß haben, dann kauen Sie besser anstelle einer Sahnetorte Trockenfrüchte: Datteln, Feigen, Apfelringe, Aprikosen und Dörrpflaumen. Sie liefern reichlich Mineralstoffe und Spurenelemente. Früher haben Apfelringe wie Kaugummi geschmeckt. Jetzt gibt es sie als gesunde, knusprige Apfel-Chips.

Essen Sie Joghurt, Fruchtjoghurt oder Buttermilch.

Wenn Sie Durst haben, dann greifen Sie zu einem ungesüßten Kräutertee oder zu Mineralwasser. Da tanken Sie vollkommen kalorienfrei. Vorsicht: Bier liefert viele Kalorien. Und es regt den Appetit an. Wenn es schon sein muss, dann bitte nur eine Flasche.

Ein ganz wichtiges Gebot: Nehmen Sie während eines Matchs niemals eine Hauptmahlzeit ein. Je spannender das Spiel ist, desto mehr verliert man den Überblick, was man da alles wirklich isst.

Buchtipp: Prof. Hademar Bankhofer: Das große Buch der gesunden

Ernährung. Kneipp-Verlag, Wien 2008, 19,90 Euro.

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