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Die Hecke hilft beim Klimaschutz.
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Die Hecke hilft beim Klimaschutz.

Öko-logisch

Ab in die Hecken

  • Joachim Wille
    VonJoachim Wille
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Eine auf Ackerland neu angepflanzte Hecke von 720 Metern Länge kann langfristig die gesamten Treibhausgas-Frachten kompensieren, die ein Mensch in Deutschland binnen zehn Jahren durchschnittlich emittiert. Die Kolumne „Öko-logisch“.

Wälder, die aufgeforstet werden, sind Klimaschützer. Moore, die nach der Trockenlegung wieder geflutet („vernässt“) werden, auch, sogar sehr effektive. Mit diesen beiden Praktiken lassen sich große Mengen des Treibhausgases CO2 wieder aus der Atmosphäre holen. Das ist lange bekannt. Doch es gibt eine weitere natürliche Klimafreundin, über die kaum wer jemals spricht: die Hecke.

Die Hecke? Jener „linienförmige Aufwuchs (ein- oder mehrreihig) dicht stehender, stark verzweigter Sträucher“, wie Wikipedia erläutert? Der soll uns helfen können gegen die Klimakrise? Unglaublich, aber wahr. Beispiel: Eine auf Ackerland neu angepflanzte Hecke von 720 Metern Länge kann langfristig die gesamten Treibhausgas-Frachten kompensieren, die ein Mensch in Deutschland binnen zehn Jahren durchschnittlich emittiert. Das zeigen zumindest Berechnungen, die am Thünen-Institut für Agrarklimaschutz in Braunschweig gemacht wurden.

Wie ein Mini-Wald

Erklärung: Die Hecken wirken auf den Äckern wie ein kleiner Wald, der neu angelegt wird. Durch die Einlagerung von Kohlenstoff in der Biomasse der Hecke und als Humus im Boden nehmen sie CO2 aus der Atmosphäre auf und machen es „klima-unschädlich“. Die Forschenden waren selbst überrascht: Pro Hektar wird in einer Hecke fast genauso viel „C“ gebunden wie in Wäldern. Dies könne mit der hohen Dichte an Ästen und Zweigen und den guten Wuchsbedingungen auf den Äckern erklärt werden. Besonders viel Kohlenstoff wird dabei in den Wurzelstöcken der Hecken festgelegt.

Das Problem, das nun aber auch eine Chance bietet: In den vergangenen 70 Jahren wurde laut Thünen fast die Hälfte aller Hecken in der Agrarlandschaft beseitigt, meist durch Aktionen zur Flurbereinigung. So entstanden vielerorts Agrarwüsten mit den entsprechenden negativen Folgen. Dies wieder zurückzudrehen, wäre ein Segen. Denn neben dem Klimaeffekt schützen neue Hecken den Boden auch vor Erosion durch Winde und haben eine kühlende Wirkung. Ein Dürresommer wie 2018, der auch wieder kommen wird, richtet in einer heckenreichen Agrarlandschaft weniger Schaden an. Und noch ein Punkt, der dafür spricht: Von Hecken profitieren auch viele Tiere und Pflanzen, für die Hecken Lebensraum und ein Verbindungsglied zwischen sonst getrennten Biotopen sind.

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