Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Corona

Ein einziger Impfstoff gegen mehrere Coronaviren

  • Pamela Dörhöfer
    vonPamela Dörhöfer
    schließen

Forschungsteam aus Kalifornien entwickelt neuartigen Ansatz, der gegen das bestehende und künftig auftretende Virus wirken könnte

Es ist erst rund ein Jahr her, dass das Virus Sars-CoV-2 seinen Zug um die Welt antrat. In nie dagewesener Geschwindigkeit wurden Impfstoffe gegen den Erreger entwickelt. Doch schon jetzt arbeiten Forscher:innen an Vakzinen gegen künftige Coronaviren. So präsentiert ein Team des California Institute of Technology in Pasadena im Fachmagazin „Science“ einen Impfstoff, der gleichzeitig vor acht verschiedenen Coronaviren Schutz bieten soll.

Denn die Fachwelt geht davon aus, dass Sars-CoV-2 nicht das letzte Virus sein wird, das den Sprung von einem Tier auf den Menschen schafft. Und die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass unter den „Neuen“ wieder ein Coronavirus sein wird. Außer Sars-CoV-2 kursieren vier andere Coronaviren, die Erkältungen hervorrufen. Auch die Erreger von Sars und Mers sind Coronaviren. Wie bei Sars-CoV-2 war der erste Wirt vermutlich eine Fledermaus.

Der von den kalifornischen Forscher:innen entwickelte Impfstoff setzt auf eine völlig andere Technologie als die bestehenden Covid-Vakzine: Seine Basis ist ein Nanopartikel in Form eines Käfigs, wie das Ärzteblatt berichtet. Als Antigen, gegen das sich die durch die Impfung hervorgerufene Immunantwort richten soll, dient das Spike-Protein, allerdings nicht ein einziges: Auf der Oberfläche dieses Käfigs befinden sich 60 identische Proteine, an denen die Spike-Proteine verschiedener Coronaviren angebracht werden können. Die Spike-Proteine sind allen Coronaviren gemeinsam, sie geben ihnen ihr typisches Aussehen und sorgen dafür, dass die Erreger sich an Zellen heften und eindringen können. Bei dem neuen Impfstoff sollen diese Spike-Proteine wie bei einem Klettverschluss an den Nanopartikel-Käfig geheftet werden können. „Es reicht aus, die Nanopartikel mit den einzelnen Spike-Proteinen in einer Lösung zusammenzubringen“, heißt es in dem Artikel des Ärzteblatts.

Das US-Forschungsteam hat sein Vakzin bereits an Mäusen getestet. Die Tiere wurden mit Nanopartikeln geimpft, die auf ihrer Oberfläche die Spike-Proteine von acht verschiedenen Coronaviren trugen. Wie das Ärzteblatt berichtet, sollen die Mäuse Antikörper gegen alle entwickelt haben. Doch der Effekt ging noch darüber hinaus. In Laborexperimenten neutralisierten diese Antikörper auch Coronaviren, die gar nicht Bestandteil des Impfstoffs waren. Diesen Effekt bezeichnet man als Kreuzimmunität. Das Ärzteblatt schließt daraus, dass das Vakzin den Impfschutz gegen Coronaviren verbreitern und deshalb bereits jetzt eingesetzt werden könnte. Zunächst muss der Impfstoff aber die klinischen Prüfungen durchlaufen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare