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Eigener Salat und Strom

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Von: Joachim Wille

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Gerade jetzt, wo die Strompreise steigen und die Anbieter fortlaufend ihre Preise erhöhen, kann es sich lohnen, über eine eigene Solaranlage nachzudenken.
Gerade jetzt, wo die Strompreise steigen und die Anbieter fortlaufend ihre Preise erhöhen, kann es sich lohnen, über eine eigene Solaranlage nachzudenken. © Frank Gärtner/imago

Kleine Solaranlagen für den eigenen Garten boomen. Trotzdem ist noch Luft nach oben. Die Kolumne „Öko-Logisch“.

Grüner Salat, Tomaten, Kartoffeln – aus eigenem Anbau. Es ist ein Trend. Wer sich mit frischer Ernte aus dem (Schreber-)Garten oder der Miet-Parzelle auf dem Acker eines Bauern selbst versorgen kann, schätzt sich glücklich. Gerade in Großstädten ist der Run auf die eigene – oder gepachtete – Scholle groß. Doch auch in anderen Bereichen ist das Selbermachen zunehmend beliebt. Brot backen, Klamotten nähen, Heimwerken – und Strom produzieren.

Eigenheimbesitzer können das schon lange tun. Vor allem, seitdem das EEG anno 2000 eingeführt wurde und der produzierte Strom mindestens kostendeckend vergütet wurde. Inzwischen gibt es hierzulande 2,2 Millionen Photovoltaik-Anlagen, die meisten davon auf Ein- und Zweifamilienhäusern. Doch der Trend zum Selbermachen erfasst zunehmend auch Mieter, wie eine neue Untersuchung des Bonner Forschungs- und Beratungsunternehmens EUPD Research zeigt. Auch die können sich nämlich Strom von der Sonne holen, in dem sie sich einfache Balkon-Solargeräte zulegen.

Stecker-Solaranlagen boomen

Man nennt sie auch „Steckersolaranlagen“, weil der Anschluss der relativ kleinen Module mit unter einem Kilowatt Leistung ohne großen Installationsaufwand einfach ins heimische Stromnetz gestöpselt werden kann. Scheint die Sonne, wird der produzierte Strom von den Geräten in der Wohnung verbraucht, der Bezug von Strom vom Elektrizitätsversorger sinkt entsprechend. Amortisiert hat sich so ein Teil nach wenigen Jahren.

Die Untersuchung zeigt, dass der Markt für die Steckergeräte schon jetzt deutlich größer ist als bislang gedacht. Inzwischen sind bereits fast 200 000 davon installiert; alleine im Jahr 2021 kamen rund 80 000 hinzu. Zusammen haben sie eine Peak-Leistung von 66 Megawatt.

Trotzdem ist hier noch viel Luft nach oben. Es zeigte sich nämlich, dass zwar durchaus immer mehr Mieter die Mini-PV-Anlagen an ihrem Balkon oder auf einer Terrasse nutzen. Die Mehrheit der Steckergeräte wurde allerdings anderswo, etwa im Garten oder auf einem Dach, installiert. Und zwar vermutlich doch eher von Wohnungs- oder Hausbesitzern. Der Schluss daraus: Mietern müssen die Vorteile des Selbstmach-Strom wohl noch besser nahe gebracht werden. Und die Hürden, die so mancher Netzbetreiber vor dem Anschluss aufstellt, gehören endlich abgeschafft.

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