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Corona-Impfung

Dritte Corona-Impfung – Wird die Impfung zur Dauer-Routine?

  • Anna Charlotte Groos
    vonAnna Charlotte Groos
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Expert:innen rechnen damit, dass eine dritte Corona-Impfung früher als gedacht nötig sein wird. Nicht nur die Virus-Mutanten könnten dabei eine wichtige Rolle spielen.

Frankfurt – Einige Menschen in Deutschland haben gerade einmal die erste Impfdosis gegen das Coronavirus erhalten, und doch wird schon der dritte Impftermin zum Thema. Expert:innen rechnen damit, dass viele Menschen in Deutschland bereits im Herbst eine dritte Impfung erhalten werden, wie die Thüringische Landeszeitung berichtet.

Derzeit sind laut dem Bundesministerium für Gesundheit etwa 11,5 Prozent der Gesamtbevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft, 37,5 Prozent haben mindestens eine Impfdosis erhalten.

Dauer für Impfschutz gegen das Coronavirus ist bislang unbekannt

Dass Impfungen aufgefrischt werden müssen, gehört zur gängigen Praxis. Anders als bei der Tetanus-Impfung oder der Grippeschutzimpfung weiß man aber noch nicht genau, wie lange der Impfschutz der Covid-19-Impfstoffe anhält. Dazu fehlen bisher die zeitlichen Forschungsgrundlagen.

Hinzu kommt außerdem der Faktor, dass sich das Virus durch verschiedene Mutationen verändern kann. Mediziner:innen und Virolog:innen sagen daher voraus, dass die Corona-Impfung in den kommenden Jahren zur regelmäßigen Routine werden wird, will man den Schutz aufrecht erhalten.

Dritter Corona-Impfung besonders bei Verbreitung der Virus-Varianten wichtig

Auch Pfizer-Chef Albert Bourla geht davon aus, dass wahrscheinlich eine dritte Dosis nötig sei: „Ein wahrscheinliches Szenario ist, dass es die Notwendigkeit einer dritten Dosis geben wird, irgendwo zwischen sechs und zwölf Monaten, und danach eine jährliche Neu-Impfung, aber all das muss noch bestätigt werden“, sagte der Vorstandsvorsitzende des US-Pharmakonzerns dem US-Sender CNBC.

Sollten sich in Deutschland Mutationen verbreiten, gegen die die aktuellen Impfstoffe nicht so stark wirken, könnte eine Auffrischung mit einem angepassten Impfstoff aber auch schon früher als nach sechs bis zwölf Monaten nötig sein, so Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach (SPD) in der Thüringischen Landeszeitung. Die Vakzine lassen sich anpassen, müssen aber erneut zugelassen werden. Auch Kombinationen verschiedener Produkte sind möglich.

Gegen die südafrikanische Variante etwa wirkten die Vakzine von Astrazeneca und Johnson & Johnson nicht so gut wie andere Impfstoffe. Noch ist die südafrikanische Mutation in Deutschland kaum verbreitet. Doch das kann sich ändern: „Sollte sich diese Variante bei uns stark verbreiten, sollten die betroffenen Personen dann als erste besser immunisiert werden“, so Lauterbach.

Expert:innen rechnen damit, dass viele Menschen in Deutschland bereits im Herbst eine dritte Impfung erhalten werden. (Symbolbild)

Diese Menschen sollten besonders dringend eine dritte Corona-Impfung erhalten

Die Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Christine Falk, hält es in erster Linie für besonders wichtig, dass möglichst viele Menschen eine Erst-Impfung erhalten. Die Planungen für eine dritte Impfung sollten aber schon gleichzeitig beginnen, so Falk gegenüber dem SWR.

Vor allem für Menschen, „die zum Beispiel Medikamente bekommen, die das Immunsystem dämpfen“, sei eine dritte Impfung nötig, so Falk. Als Beispiele nennt sie Personen, die an einer Autoimmunerkrankung leiden oder eine Organtransplantation hinter sich haben. „Für sie müssen wir natürlich ein ganz besonderes Konzept entwickeln“, sagte Falk gegenüber dem SWR.

Auch sei zu prüfen, wie sich die Immunität entwickelt habe, indem etwa die Bildung von Antikörpern kontrolliert werden könne. Auch der Virologe Christian Drosten machte bereits im April deutlich, dass es zu einer dritten Impfung kommen werde: „Mehr als nur sehr eng umgrenzte Risikogruppen“ sollen dabei zum Winter hin eine Auffrischung ihres Impfschutzes bekommen können, so Christian Drosten in seinem Podcast. 

Coronavirus: Bisher noch keine Empfehlung zur Auffrischungsimpfung der Stiko

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat bisher noch keine Empfehlung für eine Auffrischungsimpfung: „Im Augenblick gibt es noch nicht genügend Daten, um sagen zu können, wann eine Auffrischung des Impfschutzes nötig sein könnte“, sagte der Virologe Thomas Mertens gegenüber der Thüringischen Landeszeitung.

Die Beobachtung der Weiterentwicklung und Verbreitung der Coronavirus-Varianten wird auch bei den Überlegungen zu weiteren Impfungen weiterhin eine große Rolle spielen. (Anna Charlotte Groos)

Rubriklistenbild: © David Talukdar/imago-images

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