Astronaut Edwin Aldrin bei seinen ersten Schritten auf dem Mond 1969. Das Foto schoss der erste Mensch auf dem Mond, Neil Armstrong.
+
Astronaut Edwin Aldrin bei seinen ersten Schritten auf dem Mond 1969. Das Foto schoss der erste Mensch auf dem Mond, Neil Armstrong.

Mondlandung

Donald Trump will Wähler mit neuer Mondlandung locken: Jetzt legt die Nasa erste Pläne vor

  • vonSebastian Richter
    schließen

US-Präsident Donald Trump verkündet, bei seiner Wiederwahl würde ein „neues Weltraum-Zeitalter“ für die Vereinigten Staaten anbrechen. Mit der Ansage hat er seine eigene Weltraumbehörde überfordert.

  • Donald Trump kündigte an, schon 2024 wieder Menschen auf den Mond zu bringen.
  • Damit möchte er den Start vier Jahre früher realisieren, als die Nasa ursprünglich geplant hatte.
  • Nasa-Chef Jim Bridestine schätze jetzt die Kosten der Weltraumlandung.

Washington - In einer möglichen zweiten Amtszeit will US-Präsident Donald Trump die erste bemannte Mission zum Mars schicken. Auch die erste Frau auf dem Mond soll nach seinen Plänen eine US-Amerikanerin sein – und das alles schon im Jahr 2024. Dies hat er bereits im März 2019 verkündet und damit seine eigene Weltraumbehörde Nasa in Aufregung versetzt.

Die hatte nämlich die nächste Reise zum Mond nicht vor 2028 geplant. Und musste nach der Ansage erstmal durchrechnen, was der Spaß denn kosten wird. Jetzt liegen die Zahlen vor.

Nasa-Chef Jim Bridenstine veröffentlichte nun am Montag (20.09.2020) eine erste Schätzung der Kosten für die ambitionierte Unternehmung, die als Anspielung auf das Apollo-Programm „Artemis“ genannt wird. Insgesamt 28 Milliarden Dollar sollen nötig sein, um bis 2024 Astronauten auf die Mondoberfläche zu bringen. Allein 16 Milliarden Dollar werde die Mondlandefähre kosten. Und tatsächlich: Falls der US-Kongress die erste Teilzahlung von 3,2 Milliarden Dollar noch vor Weihnachten bewillige, sei es möglich, das waghalsige Ziel zu erreichen.

Aber es ist davon auszugehen, dass die Reisepläne der Nasa vom Ergebnis der US-Wahlen 2020 im November abhängen. „Politische Risiken“ seien oft die größte Bedrohung für die Arbeit der Nasa, erklärt Bridenstine weiter. So sagte Trumps Amtsvorgänger Barack Obama nach seiner Wahl Pläne für eine bemannte Raumfahrt zum Mars ab, für die bereits Milliarden ausgegeben waren. Aber von solch Banalitäten lasse sich Donald Trump nicht abhalten. Er will nach der Wiederwahl die US-Amerikanische Flagge auf dem Mars hissen und die erste Frau auf den Mond bringen, sagte Sohn Eric Trump auf dem Parteitag der Republikaner erneut.

Wer den milliardenschweren Auftrag für den Bau der Mondlandefähre bekommt, steht noch nicht fest. Amazon-Chef Jeff Bezos und SpaceX-Gründer und CEO Elon Musk sind im Gespräch. Die Nasa möchte ihre Auswahl Anfang des nächsten Jahres treffen.

Die einzelnen Schritte der Artemis-Mission in der Übersicht:

  • Artemis 1: Die erste noch unbemannte Mission soll im November 2021 starten. Ihr Ziel ist es, in den hohen Mondorbit einzutreten und danach wieder zur Erde zurückzukehren. Es wird sich dabei um den zweiten Flug des US-Amerikanischen Raumschiffs Orion handeln. Bei Artemis 1 soll das neue Trägersystem Space Launch System (SLS) und die von Airbus gebaute Antriebs- und Versorgungseinheit ESM eingesetzt werden.
  • Artemis 2: Zwei Jahre später soll ein bemannter Flug die Astronauten in die Mondumlaufbahn schicken. Dabei sollen die Systeme und Arbeitsabläufe an Bord erprobt werden.
  • Artemis 3: 2024 sollen zum ersten Mal seit Apollo 17 im Jahr 1972 die ersten Menschen auf dem Mond landen. Nach einem einwöchigen Aufenthalt und bis zu fünf Außeneinsätzen auf der Mondoberfläche soll die Mondfähre wieder zurück zur Erde fliegen.

Die neue Mission soll zu einem anderen Landeplatz führen

In einer Telefonkonferenz mit Journalisten schloss Bridestine die alten Landungsplätze der früheren Apollo-Missionen als Ziel der Landung aus. „Um es klar zu sagen, wir fliegen zum Südpol“, bekräftigte er. Etwas anderes stehe nicht zur Debatte. Die Wahl des Landeplatzes hat wichtige Gründe, die die Mission laut Bridestine vor ganz neue wissenschaftliche Aufgaben stelle. Während der Apollo-Missionen dachte man noch, dass die Oberfläche des Mondes „Knochentrocken“ sei.

Inzwischen wisse man aber, dass es am Südpol des Mondes viel gefrorenes Wasser geben soll. Die Region bietet verschiedene strategisch wichtige Besonderheiten: Neben den Wasservorkommen, die unter anderem für Treibstoffgewinnung nützlich sind, finden sich dort auch einige der seltenen Stellen, die fast durchgängig von Sonnenlicht beschienen werden. Wasser und Sonnenlicht gelten als zwei der wichtigsten Faktoren, die für eine permanente Anwesenheit auf dem Mond nötig wären. Momentan ist der Südpol demnach der wohl beste Ort für eine Mondbasis.

(Von Sebastian Richter)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare