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Dinosaurier Europasaurus war vermutlich Nestflüchter

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Langhals-Dinosaurier „Europasaurus“
Eine maßstabsgetreue Nachbildung eines Langhals-Dinosauriers. © picture alliance / dpa

In den 1990er Jahren wurde in einem Steinbruch im Harz ein spektakulärer Fund gemacht. Die Knochen und Schädelreste von Europasaurus sorgen auch weiterhin noch für neue Erkenntnisse.

Hannover - Forscherinnen und Forscher haben durch die Untersuchung von fossilen Schädelresten neue Erkenntnisse über die Dinosaurier-Art Europasaurus holgeri gewonnen. „Wir haben erstmals die Hohlräume rekonstruiert, die einst das Gehirn und die Innenohren der Tiere beherbergten“, sagte Marco Schade von der Universität Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern) am Dienstag.

Das Team der Universitäten Greifswald und Wien durchleuchtete Europasaurus-Schädel von sehr jungen bis hin zu ausgewachsenen Tieren mit Hilfe eines hochauflösenden Computertomographen. Die Studie ist jetzt beim Online-Fachmagazin „eLife“ erschienen. Sie legt Schade zufolge nahe, dass der Europasaurus ein Nestflüchter war, also früh der Gruppe folgte.

Europasaurus lebte vor 154 Millionen Jahren

Der Europasaurus lebte vor 154 Millionen Jahren auf einer Insel im heutigen Norddeutschland. Die Art mit einer Kopfhöhe von etwa drei Metern ist bisher nur von einer einzigen Fundstelle bekannt, dem Kalksteinbruch Langenberg bei Goslar im Harz. Inzwischen wurden geschätzte 2000 Einzelknochen entdeckt, die nach und nach im Dinosaurierpark Münchehagen nordwestlich von Hannover präpariert werden. Mit ungefähr sechs Metern Länge war der Europasaurus ein sehr kleiner langhalsiger Sauropode und ein typisches Beispiel für den Zwergwuchs vieler auf Inseln lebender Tierarten.

Der „kleine Gigant“ sei der ideale Kandidat für die Untersuchungen gewesen, weil so viel Schädelmaterial verschiedener Altersstadien existiert, sagte der Paläontologe. Die für das Hören verantwortliche Lagena oder Cochlea sei bei Europasaurus relativ lang. „Diese Tatsache legt nahe, dass die Tiere recht gut hören konnten und in ihrer Herde eine innerartliche Kommunikation stattfand.“

Die Gehäuse der Gleichgewichtsorgane im Innenohr glichen bei jungen Tieren denen der Erwachsenen. Einige der untersuchten Schädelreste waren laut Schade nur etwa zwei Zentimeter winzig und könnten von gerade aus dem Ei geschlüpften Sauriern stammen. Die Forscher schließen daraus, dass die sehr jungen Tiere bereits auf ihren Gleichgewichtssinn angewiesen waren. „Vermutlich waren sie Nestflüchter und wanderten früh mit der Gruppe mit“, sagte Schade. dpa

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