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Wer Bäume in der direkten Umgebung seiner Wohnung hat, ist seltener depressiv.
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Wer Bäume in der direkten Umgebung seiner Wohnung hat, ist seltener depressiv.

Öko-Logisch

Die Seele mag es grün

  • Joachim Wille
    vonJoachim Wille
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Weniger Antidepressiva-Verschreibungen gibt es, wenn sich viele Bäume in direkter Umgebung der Wohnung befinden.

Menschen mögen Bäume. Meistens. Die beinharten Konflikte um den Hambacher Wald an den Braunkohlegruben in NRW oder den Dannenröder Wald in Oberhessen, der für den Bau der A49 weichen musste, zeigen das. Aber auch wenn Bäume irgendwo in Städten oder Gemeinde gefällt werden sollen, um dort Häuser, Parkplätze oder Straßen zu bauen, geht es oft hoch her. Negativen Folgen für Stadtklima, Sauerstoffproduktion, CO2-Speicherung und Artenschutz – das sind dann meist die Themen. Aber es sollte auch um die seelische Gesundheit der Menschen gehen, die dort leben.

Denn: Grün hält gesund. Das weiß man ja eigentlich. Doch es geht viel konkreter: Straßenbäume im direkten Lebensumfeld können das Risiko für Depressionen in der Stadtbevölkerung reduzieren. Das jedenfalls zeigt eine Studie, die unter anderem von Fachleuten des Leipziger Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) gemacht wurde.

Depressionen nehmen zu

Anlass der Untersuchung war, dass Depressionen laut Krankheitsstatistiken insbesondere in Städten auf dem Vormarsch sind. Inzwischen ist das Problem noch drängender, nämlich verstärkt durch die Corona-Pandemie, wie die Hauptautorin der Studie, Melissa Marselle vom UFZ, betont. Frühere Studien haben zwar schon gezeigt, dass Grünflächen sich positiv auf die seelische Gesundheit auswirken. Nur: Die meisten davon stützten sich auf die Selbsteinschätzungen von Befragten. Es waren, sozusagen, keine „harten Fakten“, die Politiker:innen und andere Akteur: innen beeindrucken konnten.

Das Forschungsteam um Marselle fand für dieses Problem eine Lösung. Es nutzte einen objektiven Indikator: die Anzahl der Verschreibungen von Antidepressiva im Verhältnis zu Zahl und Art der Bäume und deren Nähe zum Wohnort. Die Forschenden nutzten dazu die Daten von rund 10 000 Einwohnern der Stadt Leipzig, die an einer Gesundheitsstudie der dortigen Universität teilgenommen hatten. Weitere für Depressionen bekannte Faktoren, darunter Jobsituation, Geschlecht, Alter und Körpergewicht, wurden aus den Daten herausgerechnet. Ergebnis: Weniger Antidepressiva-Verschreibungen gab es häufig dann, wenn sich viele Bäume in direkter Umgebung der Wohnung befanden - das heißt in unter 100 Meter Entfernung. Also: Kommunen, werdet grüner. Die Bürgerinnen und Bürger werden es Euch danken.

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