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Die Oasen der Welt in einer Datenbank

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Von: Pamela Dörhöfer

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Blick in die Oase ad Dachla in Ägypten. Esra-Abdel Moneim
Blick in die Oase ad Dachla in Ägypten. Esra-Abdel Moneim © Esra-Abdel Moneim

Die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung bittet Bürgerinnen und Bürger um Mitarbeit

Sie waren der Ursprung großer Zivilisationen und unverzichtbare Stationen an den Wegen der Karawanen durch die Wüste: Oasen sind grüne Inseln in Trockengebieten, die von unterirdischen Wasserspeichern versorgt werden. Doch mittlerweile bedrohen Klimawandel und veränderte Landnutzung diese einzigartigen Ökosysteme. Die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung will jetzt alle Oasen der Welt in einer offen zugänglichen Online-Datenbank erfassen – und bittet Bürgerinnen und Bürger um Unterstützung beim Aufbau. „Nach aktuellen Schätzungen leben in Ländern mit Trockengebieten bis zu 15 Prozent der Bevölkerung in Oasen; bis zu 224 Millionen Menschen sollen es allein im Nahen Osten und auf dem afrikanischen Kontinent sein“, sagt Klement Tockner, Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung. Oasen seien „sowohl fruchtbare als auch sehr empfindliche Ökosysteme“.

Eine Übernutzung der natürlichen Ressourcen, die Industrialisierung der Landwirtschaft, der Massentourismus und kriegerische Auseinandersetzungen bedrohten Oasen weltweit mehr denn je, sagt der Wissenschaftler. „Zugleich wissen wir erstaunlich wenig über die Welt der Oasen, abgesehen von hervorragend untersuchten Regionen in Ägypten, Marokko oder Oman.“ So gebe es keine globale Übersicht zur Verteilung, zum Zustand und den Veränderungen der Oasen.

Tockner hat deshalb zusammen mit dem Senckenberg-Wissenschaftler Juan Antonio Hernández-Aguero das Projekt „S-Oasen“ ins Leben gerufen. Dessen Ziel ist es, alle Oasen weltweit zu erfassen, ihre biokulturelle Vielfalt zu untersuchen und eine Open-Source-Datenbank zu erstellen, die Forschenden weltweit Zugang zu Informationen ermöglichen soll. Bis jetzt hat Hernández-Aguero 2900 wissenschaftliche Arbeiten auf der Suche nach Oasen-Koordinaten gesichtet, aktuell umfasst die Datenbank 1224 solcher Arbeiten, die Informationen über die geologischen, biologischen und kulturellen Gegebenheiten enthalten.

Die Wissenschaftler rufen Bürgerinnen und Bürger auf, bis Ende des Jahres den Standort, den Namen oder ein Foto einer Oase auf der Projektseite hochzuladen. Auch Fotos von identifizierten Pflanzen- oder Tierarten in Oasen können eingereicht werden, ebenso Fotografien von menschlicher Nutzung der grünen Inseln. Aus jeder Kategorie wählt eine Jury drei Gewinner:innen aus, die einen Buchpreis erhalten. pam

Weitere Infos zur Teilnahme auf https://oasen.sgn.one/contribute/

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