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Rauch steigt aus einem Kraftwerk in Deutschland aus. Deutschland bekommt im Klimaschutz-Index schlechte Noten.

Klimaschutz-Index

Deutschland stürzt ab

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Deutschland hat nur noch Platz 27 im Länder-Ranking von Germanwatch.

Jeden Tag wird auf dem UN-Klimagipfel in Kattowitz vom Klimaschützer-Netzwerk „CAN“ der Negativ-Preis „Fossil des Tages“ vergeben. Deutschland hat ihn schon bekommen, weil es sein Klimaziel für 2020 aufgegeben hat und ambitioniertere CO2-Vorgaben in der EU blockiert. Die USA ebenso – dafür, dass sie die Verhandlungen auf der Konferenz bremsen. Nun zeigt ein Länder-Ranking zu den Leistungen im Klimaschutz, dass diese „Auszeichnungen“ wohl zu Recht verliehen wurden.

Deutschland ist im „Klimaschutz-Index“, der von den Organisationen Germanwatch und New Climate Institute auf dem UN-Klimagipfel veröffentlicht wurde, fünf Plätze auf Rang 27 abgestiegen. Damit befindet sich die Bundesrepublik jetzt in der Kategorie „mäßig“ auf ihrer bisher zweitschlechtesten Platzierung in dem seit 2004 bestehenden Ranking. Insgesamt werden darin 56 Staaten und die EU bewertet. Die USA rutschten weiter ab auf Platz 59.

Doch auch insgesamt sind die Noten für die Klimapolitik der Staaten im Schnitt deutlich schlechter ausgefallen als in den Vorjahren. Das verwundert nicht angesichts des Problems, dass der weltweite CO2-Ausstoß nach drei Jahren Stagnation seit 2017 wieder ansteigt. Die Staaten setzten selbst ihre CO2-Ziele, die noch weit unter den Erfordernissen des Paris-Klimavertrages liegen, nur sehr zögerlich um. „Unser Klimaschutz-Index zeigt: Es mangelt nicht an Bekenntnissen zum Pariser Klimaabkommen, sondern es mangelt bisher an politischem Willen für konkrete Schritte zur Umsetzung“, kommentierte Germanwatch-Experte Jan Burck. Dafür gebe es „keine Ausreden mehr, denn alle Lösungen liegen auf dem Tisch und sind auch bezahlbar“.

Die ersten drei Plätze in dem Ranking bleiben auch in der aktuellen Ausgabe frei. Der Grund: Kein Land unternehme bislang genug, um die globale Erwärmung deutlich unter zwei Grad zu halten. Am besten in der Kategorie „gut“ schneiden Schweden (Platz 4) und Marokko (5.) ab. Schweden nutzt einen hohen Anteil Öko-Energien und hat einen niedrigen Pro-Kopf-CO2-Ausstoß. Marokko baut die erneuerbaren Energien schnell aus und dürfte sein Ziel, bis 2020 rund 42 Prozent seines Strombedarfs mit Ökostrom zu decken, erreichen. Als einziges Industrieländer-Schwergewicht schaffte es Großbritannien (8.) unter die ersten zehn. Der Grund: der weit fortgeschrittene Kohleausstieg.

Mit „gut“ bewertet wurden ebenfalls Indien (Platz 11) und die EU insgesamt (16.). Der weltgrößte CO2-Einheizer China schafft es mit Platz 33 erstmals in die Kategorie „mäßig“, vor allem, weil seine Emissionen 2014 bis 2016 nicht mehr anstiegen.

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