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Bundesumweltministerium

Hitze und Trockenheit: Deutschland wird Hotspot des Klimawandels

  • Pamela Dörhöfer
    VonPamela Dörhöfer
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Eine Analyse des Umweltministeriums zeigt die mittel- und langfristigen Risiken vom Klimawandel für das gesamte Bundesgebiet auf.

Bonn - Hitze, Trockenheit und Starkregen im gesamten Bundesgebiet – mit Brennpunkten im Südwesten und Osten: Das wären laut einer Klimawirkungs- und Risikoanalyse des Bundes die Folgen eines ungebremsten Klimawandels in Deutschland. Der Bericht wurde gestern vom Bundesumweltministerium und dem Umweltbundesamt vorgestellt. Die Schäden würden sich dabei „wie bei einem Dominoeffekt“ ausgehend von bereits heute belasteten Ökosystemen wie Böden, Wäldern und Gewässern bis hin „zum Menschen und seiner Gesundheit“ ausbreiten, heißt es.

„Zum Ende des Jahrhunderts könnten einige Risiken in Deutschland so stark ansteigen, dass sie nur durch tiefgreifende Vorsorgemaßnahmen reduziert werden können“, warnt Dirk Messner, Präsident des Bundesumweltamtes. Es müsse „jetzt“ gehandelt werden.

Klimawandel: Hitzetage seit 1881 verdreifacht

Seit 1881 sei die durchschnittliche Jahrestemperatur in Deutschland bereits um 1,6 Grad gestiegen – „stärker als weltweit“, erklärt Tobias Fuchs, Vorstand Klima und Umwelt des Deutschen Wetterdienstes. Die Auswirkungen seien bereits zu spüren. So habe sich die Zahl der Hitzetage mit Höchsttemperaturen über 30 Grad „fast verdreifacht“, die Winterniederschläge seien um 27 Prozent gestiegen. Trete das Worst-Case-Szenario ein, so sei für Deutschland mit einem Anstieg der mittleren Lufttemperaturen bis zur Mitte des Jahrhunderts zwischen 2,3 und drei Grad im Vergleich zum frühindustriellen Zeitalter zu rechnen.

Ein neuer Bericht des Umweltministeriums zeigt die möglichen Härtefälle vom Klimawandel in Deutschland auf (Symbolbild)

„Steigen die Treibhausgasemissionen kontinuierlich an und stabilisieren sich zum Ende des 21. Jahrhunderts auf einem sehr hohen Niveau, könnten die Temperaturen hierzulande bis 2100 um 3,9 bis 5,5 Grad steigen“, sagt Fuchs. Bisher seien nur wenige Regionen in Deutschland sehr intensiv von Hitze, Trockenheit oder Starkregen betroffen. „Bei einem starken Klimawandel würden bis Mitte des Jahrhunderts sehr viel mehr Regionen mit diesen Wirkungen konfrontiert sein“, erklärt der Experte. Am stärksten würde sich das Klima relativ zu heute im Westen und Süden Deutschlands verändern, wobei im Südwesten und Osten am häufigsten „klimatische Extreme“ vorkommen würden.

Hitze und Klimawandel in Deutschland: Mehr Raum für Flüsse

An den Küsten würden die Gefahren durch den Meeresspiegelanstieg in der zweiten Jahrhunderthälfte „deutlich zunehmen“: „Bei einem starken Klimawandel würde Ende des Jahrhunderts im Vergleich zu heute ganz Deutschland ein Hotspot für Risiken des Klimawandels“, warnt Fuchs.

„Der Klimawandel bedroht die Lebensgrundlagen kommender Generationen und schränkt ihre Freiheiten ein“, sagt Bundesumweltministerium Svenja Schulze (SPD). Eine „umfassende Vorsorge“ sei nötig. Dazu zählten unter anderem „mehr Bäume in den Städten, mehr Grün auf den Dächern und mehr Raum für die Flüsse“. Es müsse schnell gehen, da viele Maßnahmen „Zeit brauchen, bis sie wirken“. Deshalb werde das Umweltministerium Kommunen ab Juli mit einem Beratungszentrum unterstützen, um „individuelle Lösungen“ zu finden. Geplant sind außerdem „Anpassungsmanager“, die „vor Ort die Klimaanpassung vorantreiben“ sollen. (Pamela Dörhöfer)

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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