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Luftaufnahme des Ortes Paradise in Kalifornien nach dem verheerenden Feuer. Die Experten erwarten in Zukunft weitere Waldbrandrekorde für Kalifornien.

Klimawandel

Denkzettel für Donald Trump

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Die US-Behörden widerlegen ihren eigenen Präsidenten Donald Trump in der Klima-Debatte. Den Vereinigten Staaten drohen laut der Untersuchung gewaltige Schäden.

Donald Trump kennt den Unterschied zwischen Wetter und Klima nicht - oder will ihn nicht kennen. Das machte ein Tweet des US-Präsidenten vom vergangenen Mittwoch wieder deutlich. Frostige Temperaturen hatten vor allem den Nordosten des Landes im Griff, und Trump textete: „Brutaler und anhaltender Kälteeinbruch könnte ALLE REKORDE zertrümmern – was bitte ist mit der globalen Erderwärmung passiert?“ Ein jetzt vom Weißen Haus veröffentlichter Bericht zum Klimawandel in den USA gibt die Antwort: Die Erderwärmung hat in den vergangenen Jahrzehnten bereits große Schäden für Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft verursacht, und sie drohen stark anzuwachsen, wenn der Treibhausgasausstoß nicht schnell gesenkt wird.

In dem Report heißt es, schon jetzt seien Folgen des Klimawandels wie stärkere Stürme, Überschwemmungen und Dürren zu erkennen; so hätten Unwetter in den USA seit 2015 bereits knapp 400 Milliarden US-Dollar gekostet. Mitte des Jahrhunderts könnten die Verluste in dem Land unter anderem durch Schäden an der Infrastruktur, geringere Ernten und die Störung des globalen Handels pro Jahr mehrere hundert Milliarden Dollar betragen, warnen die Experten. Das werde das Wirtschaftswachstum drücken.

Bis 2100 könne die Erwärmung die Wirtschaftsleistung der USA um bis zu zehn Prozent senken, so die Forscher. Die finanziellen Folgen wären damit doppelt so groß wie die der Weltwirtschaftskrise, die vor zehn Jahren durch die Lehman-Pleite ausgelöst wurde. Allerdings dauerhaft. Besonders betroffen seien die Landwirtschaft und Fischerei sowie der Tourismus.

Der über 1600 Seiten starke Bericht wurde von 13 US-Ministerien und Bundesbehörden geschrieben, darunter das Landwirtschaftsministerium und die Ozean- und Wetterbehörde NOAA, und fußt auf mehr als 1000 Studien. Auftraggeber war der US-Kongress. Ausgaben des Reports müssen alle vier Jahre veröffentlicht werden, die erste erschien im Jahr 2000. Der Bericht von 2014 hatte zwar auch schon eindringlich vor wachsenden Klimagefahren gewarnt, die ökonomischen Folgen aber noch nicht so detailliert benannt.

Besonders gefährlich wird der Klimawandel laut den Prognosen angesichts des steigenden Meeresspiegels und stärkerer Sturmfluten für US-Küstengebiete sein. In Teilen der Bundesstaaten Louisiana und Alaska drohten so starke Überschwemmungen, dass Anwohner zur Umsiedlung gezwungen sein könnten. Zudem werde der Wert von Immobilien in solchen Regionen sinken. Für Kalifornien werden weitere Waldbrandrekorde erwartet, und Mitte des Jahrhunderts könnte es eine „Fire Season“ wie in dem Westküstenstaat auch im Südosten des Landes geben. Folgen habe der Klimawandel aber auch für die Gesundheit der Bürger der Vereinigten Staaten – etwa durch extremeres Wetter, die Verbreitung neuer Krankheiten und schlechtere Luftqualität.

Die Experten betonen, dass eine schnelle, aktive Klimapolitik in den USA und im Rest der Welt die Schäden durchaus noch begrenzen könne. Sie empfehlen unter anderem, dem Treibhausgas CO2 einen Preis zu geben, was durch Besteuerung oder einen Emissionshandel möglich ist. Außerdem sollten die Regierungen Obergrenzen für den CO2-Ausstoß beschließen und Geld in die Energieforschung stecken.

Wissenschaftler, die an dem Report beteiligt waren, fanden laut „New York Times“ keine Hinweise darauf, dass das Weiße Haus Veränderungen an den Ergebnissen oder Schlussfolgerungen vorgenommen hat. Kritisiert wurde allerdings, dass der Bericht statt wie geplant im Dezember ausgerechnet im Umfeld des Feiertags Thanksgiving und des Kaufrauschtags „Black Friday“ veröffentlicht wurde. Zu diesem Zeitpunkt ist die Aufmerksamkeit der US-Öffentlichkeit für solche Nachrichten gering. Es sei ein Versuch der Regierung gewesen, „das Beste der Klimaforschung …  zu unterdrücken“, kritisierte der Co-Autor des Berichts, Andrew Light, vom World Resources Institute in Washington.

Die Studie wird nach Einschätzung von Beobachtern den Gegnern von Präsident Trump nützen, die vor Gerichten gegen dessen Energiepolitik vorgehen, mit der er die Vorschriften aus der Obama-Zeit etwa zu den CO2-Standards für Kohlekraftwerke und den Spritstandards für Autos zurückzudrehen versucht.

„Dieser Bericht wird die juristische Position der Trump-Administration bei der Rückgängigmachung der Klimaschutzvorschriften schwächen, und er stärkt diejenigen, die vor Gericht dagegen kämpfen“, kommentierte Professor Michael Oppenheimer von der Princeton Universität.

Das Weiße Haus ließ wissen, der neue Report, der noch unter der Obama-Regierung begonnen wurde, basiere „größtenteils auf dem extremsten Szenario“ des Klimawandels. Der nächste Bericht biete die Chance für mehr Ausgewogenheit.

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