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Bislang wird in Deutschland der Nachweis von Antikörpern nicht als Genesenen-Status anerkannt. Arne Dedert/dpa
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Bislang wird in Deutschland der Nachweis von Antikörpern nicht als Genesenen-Status anerkannt. (Symbolfoto)

Gastbeitrag

Nach einer Corona-Erkrankung – Für die Gleichstellung mit Geimpften

  • Christine Ax
    vonChristine Ax
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Unsicherheiten können nicht immer nur nach dem Motto „Im Zweifel für die Impfung“ beantwortet werden. Der Gastbeitrag.

Ich hatte Corona im Februar 2020. Vor über 15 Monaten also. Ich wusste nicht, dass ich mit dem Coronavirus infiziert war, weil es das hier in Nordfriesland noch nicht gab. Die Leitsymptome „Geschmacksverlust“ und „Fatigue“ waren aber so ausgeprägt, dass ich im Herbst letzten Jahres bei einer anstehenden Routineuntersuchung meine Ärztin bat, mich auch auf Corona-Antikörper zu testen.

Und siehe da: Mein spezifischer Antikörperstatus war sehr hoch. Und er ist heute – nach mehr als 15 Monaten, immer noch höher als bei vielen älteren Menschen, die zweifach geimpft wurden.

Genesene reagieren sehr schnell und sehr heftig auf eine Impfung und erreichen – auch nach einer Impfdosis – sehr schnell einen Antikörperstatus, der höher ist als der Geimpfter. Das ist nicht verwunderlich, denn ihr Körper hat sich ja schon einmal mit der Krankheit auseinandergesetzt. Trotz der inzwischen bekannten Fälle überschießender Immunreaktion halten es die Virologinnen und Virologen dennoch für überflüssig, den Antikörperstatus Genesener vor der Impfung zu testen.

Gleichstellung mit Geimpften

In meinem Fall und für alle Genesenen wünsche ich mir konkrete, evidenzbasierte Aussagen darüber, welches Risiko höher ist: Dass ich noch einmal krank werde oder dass ich mit einer überschießenden Immunantwort rechnen muss und/oder mit Langzeitfolgen einer Impfung, die neu ist.

Die Autorin

Christine Ax, Jahrgang 1953, ist Wissenschaftlerin, Ökonomin und Philosophin, Autorin und Expertin für nachhaltige Entwicklung.

Unsicherheiten können nicht immer nur nach dem Motto „Im Zweifel für die Impfung“ beantwortet werden. Zumal es nicht nur möglich, sondern wahrscheinlich ist, dass es in den nächsten Jahren zu Mutationen kommt, gegen die Genesene der ersten Welle nicht geschützt sind, und die eine Impfung erforderlich macht. Mein Vertrauen in die Wissenschaft ist hoch, solange mit Fakten und Unsicherheiten nicht willkürlich, sondern gut begründet umgegangen wird.

Den Zeitpunkt meiner eigenen Impfung würde ich gerne davon abhängig machen, wie sich die Antikörperanzahl in meinem Blut weiterentwickelt. Da der Nachweis von Antikörpern als Nachweis der Wirksamkeit von Impfstoffen anerkannt wird, halte ich es für logisch, dass der Nachweis meiner Immunität durch Antikörper dafür sorgen muss, dass ich mit Geimpften gleichgestellt werde. Und ich erwarte eine Aussage der Virologinnen und Virologen darüber, welchen Beweis für die Wirksamkeit der natürlichen Immunität sie anerkennen.

Mein Vorschlag: Anstelle einer nicht auf Evidenz beruhenden Sechs-Monate-Regel sollte auch der Antikörperstatus bei der Ausstellung des Impfpasses berücksichtigt werden. Dies sollte so lange gelten, bis es nachweisbar Mutanten gibt, gegen die weder die natürlich erworbene Immunität noch die bereits verfügbaren Impfstoffe wirken. Das würde eine Impfnotwendigkeit für Genesene begründen.

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