Gläserne Nutzer

Die Daten, die wir teilen

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Facebook weiß auch viel über Menschen, die den Dienst meiden.

Gar nicht schlecht der Text, das Foto oder das Video – und schon drückt der Nutzer den Button auf der Facebook-Seite, um die gefundene Information im Netz zu teilen. So ist das Standard. Und wer auf anderen Seiten unterwegs ist und dort etwas Interessantes findet, der drückt den blauen Facebook-Button. So ist das über die Jahre zur Routine geworden.

Nur was kaum einer weiß: Allein dadurch, dass ein blaues Facebook-Kästchen auf der Seite des Drittanbieters installiert ist, sammelt Facebook persönliche Daten über das Nutzerverhalten. Der Browser sendet persönliche Daten wie die IP-Adresse oder lokal abgelegte Cookies an die sozialen Dienste. Das passiert auch dann, wenn ein Webseitenbesucher gar kein Konto bei Facebook hat oder die Teilen-Funktion nicht nutzen möchte.

Noch gläserner sind eingeloggte Nutzer: Facebook etwa identifiziert sie eindeutig und erfährt so, auf welchen Seiten sie unterwegs sind. Eine Kollegin hatte beispielsweise die Seite des Online-Shops About You angeklickt. Das hatte zur Folge, dass ihr Angebote bei Facebook angezeigt wurden. Eine Erklärung erhielt sie, als sie ein Dreieck-Symbol auf der Werbefläche anklickte. In dem Fall war es so, dass About You die Zielgruppe der Frauen über 18 Jahren erreichen wollte. „Diese Information basiert auf deinem Facebook-Profil und wo du dich mit dem Internet verbunden hast“, heißt es.

Als in den USA darüber debattiert wurde, wie diese persönlichen Daten Wahlen beeinflussen können, sagte der Computer-Wissenschaftler Peter Eckesley: „Facebook kann mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz fast alles über uns erfahren.“ Unternehmen wissen das zu schätzen.

Für Online-Werbung geben sie in Deutschland immer mehr Geld aus, im vergangenen Jahr wurde mit mehr zwei Milliarden Euro ein neuer Höchstwert erreicht. Von „sehr relevanten Bestandteile in den Kommunikationsstrategie“, spricht Rasmus Griese vom Bundesverband Digitale Wirtschaft. Es gibt aber auch Seitenbetreiber, die zurückhaltend sind. Sie setzen auf die Zwei-Klick-Variante. Der Nutzer muss zunächst seine Zustimmung zur Kommunikation mit Facebook erteilen, erst dann wird der Button aktiv. Dann kann der Anwender seine Empfehlung übermitteln.

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