Corona-Studie

Corona-Ansteckung: Das Risiko ist beim Singen nicht höher als beim Sprechen

  • Pamela Dörhöfer
    vonPamela Dörhöfer
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Eine experimentelle Studie zur Corona-Ansteckungsgefahr legt nah: Beim Singen werden nicht mehr Tröpfchen und Aerosole freigesetzt werden als beim Sprechen. Entscheidend ist ein anderer Faktor.

  • Corona: Eine neue Studie zu Covid-19 entlastet Künstler*innen.
  • Risiko, sich mit dem Coronavirus anzustecken, ist nicht höher als beim Sprechen.
  • Corona: Nicht mehr Tröpfchen und Aerosole beim Singen als beim Sprechen - wenn ein Faktor berücksichtigt wird.

Bristol - Gemeinsames Singen gilt in Coronazeiten als Risikoverhalten – was Berichte von Covid-19 Ausbrüchen nach Gottesdiensten zu bestätigen scheinen. Ein Forscherteam der Universität Bristol hat in einer experimentellen Studie jetzt allerdings herausgefunden, dass beim Singen nicht mehr Tröpfchen und Aerosole freigesetzt werden als beim Sprechen. Entscheidend ist demnach vor allem die Lautstärke, mit der etwas vorgetragen wird.

Das Coronavirus verbreitet sich auch durch Aerosole in der Luft.

Corona-Ansteckungsgefahr beim Singen: Nicht mehr Tröpfchen und Aerosole als beim Sprechen

Als Studienteilnehmer dienten den Medizinern und Ingenieuren 25 professionelle Sängerinnen und Sänger, die in verschiedenen Musiksparten zuhause sind, von der Oper über Chorgesang bis hin zu Rock, Pop und Jazz. Ziel der Studie mit dem Namen „Perform“ war es, herauszufinden, wie hoch bei welcher Art der Darbietung die Konzentration von Aerosolen und Tröpfchen in der Luft ist. Als Ambiente für das „Konzert“ diente ein Operationssaal, nicht sehr stimmungsvoll, aber zu diesem Zweck wegen der keimfreien Luft aussagekräftig.

Corona und Singen: Risiko soll nicht höher als beim Sprechen sein - es kommt auf Lautstärke an

In dieser sterilen Umgebung mussten die Künstler Töne und Melodien in einen Trichter singen – und zwar in unterschiedlichen Lautstärken. Die aufgefangene Luft analysierten die Wissenschaftler anschließend mit einem „Aerodynamic Particle Sizer“. Das Ergebnis: Die Zahl der ausgestoßenen Partikel stieg mit der Lautstärke. Dabei spielte es keine Rolle, aus welchem Fach die Sängerinnen und Sänger waren. Auch das Geschlecht und der Body-Mass-Index oder die Lungenfunktion nahmen keinen Einfluss auf die Partikelkonzentration. Und es machte eben auch keinen Unterschied, ob der Satz „Happy Birthday to you“ gesprochen oder gesungen wurde, entscheidend war lediglich die Lautstärke.

Auffällig war allerdings, dass einige Studienteilnehmer beim Atmen ungewöhnlich viele Aerosole ausstießen – sogar mehr als beim lauten Sprechen. Die Gründe für dieses Phänomen sind unklar. (Von Pamela Dörhöfer)

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